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Pyrenäen (Ost) / El Pirineo (Este) / Les Pyrénées (Est) / The Pyrenees (East) 2018

lizenzfreie Musik von Jamendo:



Ein neuer Anlauf

Eigentlich kann man es nur glauben, wenn man sich die Chronologie der letzten Jahre (links) vor Augen führt.

Ja . . . wir wollen es schon wieder tun !

Es ist tatsächlich so, dass die letzte, östliche Pyrenäentour (2013), 2018 dann schon wieder 5 Jahre zurück liegt. Eigentlich ein relativ kurzer Zeitraum, in dem touren- und teammäßig viel passiert ist. Nicht erst mit dieser letzten Tour in Nordspanien hat sich ein stabiles, leiden(sfähiges)schaftliches Team herausgebildet, auch wenn nicht immer jeder Mitfahrer der letzten 5 Jahre jede Tour mitgefahren ist/mitfahren konnte, ist man doch "irgendwie" dabei, wenn die Kumpels zurück sind und "neue" Geschichten von unglaublichen Möglichkeiten Touren zu fahren, erzählen. Fotos und Videos tun da ihr Übriges.

Mit dieser Tour in "bekannten" Gefilden der Pyrenäen, können alte Pyrenäenhasen die vergangenen Touren dort wieder aufleben lassen. Vergessen können haben die, die schon so oft in den Pyris waren (Martin, Robert) nicht, was ihnen im spanisch/französischen Grenzgebirge angetan wurde. Inzwischen ist es aber auch so, dass aufgrund der Vielzahl an Touren und Kurven nicht mehr alle Details gemerkt werden können. Man mag dies als Luxusproblem ansehen, aber eigentlich hat genau dieses Vergessen seine Vorteile.

Für diejenigen von uns die noch nicht so ausgiebig oder noch nie Motorradfahren in den Pyris waren . . . des is Mobbedfahrn!

Insgesamt kann man anhand der bereits bestehenden Zusagen sehen, welche Fahrt es mit der Gruppe aufgenommen hat. Nicht nur wegen der möglichen Anzahl an Mitfahrern wird man wird sich bei der Organisation der Tour ins Zeug legen müssen.

In Sachen Tourenplanung und Unterkunft wird das Rad nicht neu erfunden werden. Es wird wohl eher so sein, dass bekannte Tourabschnitte kompakter und punktgenauer ausfallen werden.


 P l a n u n g 

(Stand: 02.10.2017)

  von nach Tourenkilometer   Übernachtung
1. Tag Nürnberg Pyrenäen   Anfahrt  
2. Tag Nürnberg Pyrenäen 165 Anfahrt/Warm Up 'Schmugglerrouten'
Coma Bella
3. Tag     370
Tour "Land der Katharer I."
Coma Bella
4. Tag     360 Tour "Cojones!"
Coma Bella
5. Tag     355 Tour Pyrenäen Ost
Coma Bella
6. Tag     - /310 Relax/Tour Süd
Coma Bella
7. Tag     355 Tour "Land der Katharer II."
Coma Bella
8. Tag     380 Tour Pyrenäen West
Coma Bella
9. Tag Pyrenäen Nürnberg   Rückfahrt  
10. Tag Pyrenäen Nürnberg   Rückfahrt  
      Gesamt: 1985/2295
   

bis 02.10.2017:

- Termin für/im Juni 2018 festgelegt

- Tourzusage Wolfi, Peter, Martin, Kalle

- Many, Dieter, Rolf, Robert sind in den Startlöchern

- Anhänger bei Werner Fischer (FiWeCo) reserviert

- 12/2017: Zusage Dieter, Rolf, Many

- 02/2018: Absage Wolfi, Zusage Koffer, Transportfahrzeug steht fest

- Team komplett: Dieter, Rolf, Many, Koffer, Martin, Peter, Kalle . . .

 

Urheberrecht D. Laschinger

 


 

W i r   s i n d   z u r ü c k !

 

25.06.18: Transportfahrzeuge abgegeben.

Stand: 25.06.18


 

Pyrenäen (Ost) / El Pirineo (Este) / Les Pyrénées (Est) / The Pyrenees (East) 2018

 

D i e   T o u r e n 

 

Infobox: 

Pyrenäen / El Pirineo / Les Pyrénées / The Pyrenees 2018

Datum
Tour Tourenkilometer
Fr., 15.06.18 Anfahrt Nürnberg - Lyon
*(ca. 800 km)*
Sa., 16.06.18 Anfahrt Lyon - Juberri
*(ca. 735 km)*
So., 17.06.18 Cojones!  ca. 340 km
Mo., 18.06.18 Land der Katharer II.
ca. 360 km
Di., 19.06.18 Pyrenäen Ost (Geburtstagstour)
ca. 240 km
Mi., 20.06.18 Pyrenäen Süd
ca. 290 km
Do., 21.06.18 Land der Katharer I.
ca. 370 km
Fr., 22.06.18 Pyrenäen West
ca. 300 km
Sa., 23.06.18 Rückfahrt Juberri - Belfort
*(ca. 800 km)*
So., 24.06.18 Rückfahrt Belfort - Nürnberg
*(ca. 705 km)*
  7 Übernachtungen in Juberri Gesamt ohne *: ca. 1900 km

 

 

Tourenteilnehmer/Viajeros/Compagnons de vojage/Passengers:

Urheberrecht R. Mayer

 v.l.n.r.: Peter L., Kalle L., Manfred P., Rolf F., Robert M., Dieter L., Martin R.

 

Tourenbericht Pyrenäen 2018

" . . . äh bisslä wos geht alläwal . . . "*

Kaum wartest du ein dreiviertel Jahr, schon befindest du dich in der nächsten „Spirale“, einer weiteren Tour.

Bereits vor der letztjährigen (2017) Tour Nordspanien I. hatte man das Tourenziel für 2018 festgelegt . . . die Pyrenäen hatten aus verschiedenen Gründen das Rennen gemacht.

Zum Einen lag die letzte östliche Pyrenäentour bis dato bereits wieder 5 Jahre zurück, zum Anderen gabs inzwischen Mitfahrer, denen man das Erlebnis seinen Bock in den Pyrenäen reiten zu können, wirklich nicht vorenthalten sollte. Schließlich wurden Dieter, Rolf, Many und Peter durch einige Geschichten aus den vergangen Touren in den Pyrenäen nicht nur angefixt, es sollte sie in gewisser Weise auch „vorbereiten“.

Rolf (Pyrenäenkratzer 2009) und Peter (Nordspanien 2010) haben die Pyrenäen zwar auch schon bei Einzeltouren schmecken dürfen, diese Erfahrungen lagen aber schon ziemlich lange zurück und lieferten damals nur einen kleinen Ausschnitt, was in den Pyris los sein kann, wenn man sie fährt.

Das Suchtpotiental, das die Pyrenäen dabei entwickeln können, liegt in der Aneinanderreihung von Strecken mit unglaublichen Kurvenlagen, der grandiosen und abwechslungsreichen Landschaften und dem kaum vorhandenen Verkehr.

Das wir unmittelbar vor der Abreise kurz davor waren die Tour absagen zu müssen, konnte bei den Vorbereitungen des ausgehenden Jahres 2017 und über den Jahreswechsel 2017/2018 keiner ahnen.

Ca. 10 Tage vor der geplanten Abfahrt stand uns das Zugfahrzeug mit Anhängerkupplung nicht mehr zur Verfügung. Die Planung sah wieder einmal vor mit eben einem solchen Fahrzeug 6 Fahrer und ihre Motorräder auf einem 6er-Motorradanhänger von Nürnberg/Schwaig nach Andorra in die Pyreneäen zu bringen. Währendessen wollte sich der stets kurven- und blaubeerjagende Koffer, wieder mal mit einer Wahnsinnsaktion allein durchs wilde Frankreich „durchschlingeln“.

Innerhalb dieser 10 genannten Tage die blieben, setzte man Himmel und Hölle in Bewegung um doch noch an ein passendes Vehikel zu kommen. Dieses konnte schließlich mit einem „kleinen“ Aufpreis, der der Dringlichkeit geschuldet war, bekommen.

Der gemeinsame Wille die Tour entgegen aller Widrigkeiten, unbedingt fahren zu wollen, führte schließlich dazu dass jetzt eine weitere Pyrenäentour gibt, an die sich alle Beteiligten sicherlich noch lange erinnern werden.

*Frankenwiki: "Ä bisslä wos geht alläwal"

Erklärung: Fähhderisch* (fürtherisch, Stadt Fürth) für "ein bißchen was geht immer". Originalausspruch von Don Maddin aus einer Tour in Nordspanien von 2004.

*Frankenwiki: "Fähhderisch"

Erklärung: Fürther Mundart. Idiom/Teilfränkisch welches in der Stadt Fürth gesprochen wird, der Stadt in der man nicht mal tot über dem Gartenzaun hängen möchte.

 

1./2./3 Tag Donnerstag/Freitag/Samstag 14./15/16.06.2018

Aufladen und Anfahrt Schwaig – St. Julia de Lloria (Andorra)

Ähnlich wie die Tour im Vorjahr war wieder geplant, den Motorradanhänger (FiWeCo) und das Zugfahrzeug bereits früher zu bekommen, damit man Freitagvormittag (15.06.18) gegen 10.00 Uhr pünktlich in Richtung Südwesteuropa starten konnte.

Während das Prozedere um die Abholung der Transporteinheiten, der Verbringung des Gepäcks und der Maschinen von 5 Fahrern gewisse, organisatorische Überlegungen/Vorausplanungen erforderten, sollte das Aufladen selbst, wie gewohnt unproblematisch und relativ schnell von der Hand gehen.

Natürlich wurde bereits hierbei die eine oder andere „alte“ Geschichte aus vergangenen Tourenkisten hervorgeholt. Many wurde endlich wegen seiner mutiger „Verdienste“ um diverse Tankentleerungen geehrt und dekoriert.

So hatte er den Titel Tankwart des kommenden Jahrzehnts schon mal sicher. Eine zweifelhafte Ehrung, auf die er wahrscheinlich gern verzichtet hätte.

"Tatütata mein Kannisterchen brennt"

Das passende Accesoire für die Speed Trible (französiche Aussprache).

Die geplante Anfahrts- sowie Rückfahrtsstrecke sah zunächst vor, über Zentralfrankreich, Clermont-Ferrand, und dann über Toulouse in die Pyrenäen zu stoßen. Man wollte diesmal die östliche Anfahrt über die Autoroute du Soleil und über Perpignan/Narbonne vermeiden. Mit der langen und unflexiblen Kombination, Zugfahrzeug und 6er-Motorradanhänger wäre man sonst vielleicht Gefahr gelaufen, auf der langen, teilweise engen „Rampe“ der Route Nationale N 116 von Perpignan zum Pas de la Casa, ein Verkehrshindernis darzustellen. Die Route durchs französische Hinterland war damit zwar von den Kilometern her länger, zeitlich gesehen sollte dies aber keine Rolle spielen.

Während wir also am Freitag früh starten sollten, war uns der Koffer bereits einen Tag vorher auf einer Solotour vorausgeeilt. Welche Strecke er zu nehmen geplant hatte, war uns zwar nicht bekannt, wir hofften ihn jedoch glücklich und zufrieden in Andorra zu treffen.

Insgesamt verlief die Anfahrt "fast" ohne nennenswerte Störungen/Vorkommnisse,

sodass wir nach über 20 Stunden am Samstagmoren (16.06.18) in heller Vorfreude unserer Unterkunft, dem Hotel Coma Bella in St. Julia de Lloria, über den Pas de la Casa in Richtung entgegeneilten.

Bei unserem Eintreffen erwartete uns schon der "Koffer". Er hatte die Strecke innerhalb von 2 Fahrtagen überwunden und war bereits am Vorabend eingetroffen, hatte also schon das Hotel antesten können. Insoweit sollte alles i.O. sein.

Die Transportfahrzeuge waren relativ schnell abgeladen und die Zimmer schnell bezogen. Jetzt stand noch die Entscheidung an, ob man Nachmittags in die geplante Tour Schmugglerrouten starten wollte. Die Entscheidung fiel gegen die WarmUp-Tour, auch weil man wegen der langen Anfahrt den Tribut wegen Schlafmangel zollen musste. So verlegte man sich auf eine standesgemäße Aklimatisierung im Hotel.

 

4. Tag, Sonntag, 17.06.2018

Tour Cojones!

Der Name der Tour war Programm. Zum Auftakt dieses Tourenurlaubs in den Pyrenäen sollte es einen kompaktes „Kurvengemetztel“ geben, bei dem die Gefahr bestand, dass es einen die Kronjuwelen herumbeutelt. Schließlich sollten die Pyrenäenneulinge Dieter, Many und auch Rolf und Peter eine entsprechende Einweisung bekommen.

Gegen 09.00 Uhr startete man also vom Coma Bella

zunächst über die äußerst kurvige Hotelan-/abfaht runter nach St. Julia de Lloria, schonmal der richtige Einstand. Dort fassten wir zunächst einmal den günstigen, weil steuerbefreiten andorranischen Betriebsstoff ab.

Zwischenzeitlich musste sich der eine oder andere von der netten andorranischen Tankwärtin zeigen lassen, wie mit dem Gerät zur Luftbefüllung der Reifen umzugehen wäre. Es ist nicht geklärt, ob die getankte Luft ebenfalls steuerbefreit zu bekommen war. Zumindest war man froh, als man überhaupt wieder welche im Reifen hatte.

Man sollte die andorranisch-spanishe Grenze in Richtung La Seu d‘Urgell überqueren und schließlich, der eine oder andere hat es sicherlich schon geahnt, bei Adrall in die ersten Kurven unserer „Heimstrecke“ der N 260 nach Sort einsteigen. Der eine oder andere sollte da gleich zu Beginn der knapp 50 Kilometer langen Strecke schon den Kopf schütteln müssen . . . damit er die unterschiedlichen Kurvenradien richtig bekommt.

Aufgrund der unterschiedlichen Fahrgewohnheiten löste sich da schon zum ersten Mal das Gruppengefüge auf, was dem Spass jedoch keinen Abbruch tat.

Die Strecke hat im Laufe der letzten Jahre rein gar nichts von ihrem Reiz verloren. Dies liegt wohl an der extremen Mischung aus anspruchsvollen Kurvenlagen, gepaart mit den „relativen“ Entspannungsstücken, bei denen man sich auch einmal der Landschaft widmen kann . . . wenn man es denn will, ein Halt am Coll del Canto mit gigantische Ausblicken, obligatorisch.

Kurz nach dem Ortseingang von Sort hatte man sich relativ zügig als Gruppe wieder gesammelt, anders sah es da emotional aus. Aber es war eh keine Zeit über das nachzudenken, was die knapp letzte halbe Stunde passiert war, schließlich sollten vor uns weitere Herausforderungen liegen. Eine solche wäre, noch vor knapp 10 Jahren, also im analogen Zeitalter, den Abzweig (L-503, Carrer les Vinyes) ins Bellvei bei Gerri de la Sal auf der Karte zu finden, gewesen. Mit den elektronischen Navigationshilfen kein Problem, die andere technische Anforderung dort, bleibt indes bestehen. In eine Spitzkehre von einer vielbefahrenen Hauptstraße nach rechts abzubiegen und dabei auch noch eine Steigung zu nehmen, und dabei den Kontakt mit dem von oben kommenden Gegenverkehr zu vermeiden.

Die ersten Kurven bis Peramea auf der engen Strasse ein weiterer Klassiker.

Doch unmittelbar vor Peramea hatte der Spass plötzlich ein vorläufiges Ende, zumindest für mich. Irgendetwas Größeres war in den kleinen Spalt meines Helmvisiers geraten und spritzte mir eine deftige Ladung fremden Körpergifts in die Unterlippe. Zunächst ein unglaublicher Aufschrei des „Entzückens“, dann die Angst dass dich die allergische Reaktion vom Bock holt. Beim einem kurzen Halt sollten die zwei eingeworfenen Antihistaminika eine unerwünschte Reaktion verhindern. Die aufkommende Schwellung im Bereich Unterlippe/Kinn konnte so jedoch nicht unterdrückt werden. Da zunächst keine Abhilfe in Form von Eis zu bekommen war, wurde die Fahrt bis ins ca. 30 Kilometer Senterada fortgesetzt. Derweil musste man das Gefühl ertragen, dass man am ehesten mit Taubheitsgefühl nach einer Betäubungsspritze beim Zahnarzt beschreiben kann und es tat sich der Eindruck auf, dass die Unterlippe inzwischen auf das Format einer aufgeblasenen Schlauchbootaußenwand angewachsen war. Die Jungs bestätigten bei einem Café con leche am Abzweig zur L-503/N-260, dass dem nicht so war.

Aber wer den Schaden hat, braucht ja bekanntlich für den Spott nicht zu sorgen oder spottet jeder Beschreibung, wie Pedro der "Lippenimitator" zeigt.

Mit einem Eisbeutel konnte das weitere Anschwellen ziemlich gut verhindert werden.

Es ging für uns dann weiter auf der N-260 entlang des Talarnstausees (Pantano de Talarn) nach Tremp. Von dort war es nur noch ein Katzensprung nach Isona, unser Einstiegspunkt in   d a s   Kurvenbrett der Pyrenäen:

Die 35 Kilometer der L-511 von Isona nach Coll de Nargo über den Coll de Bóixols.

Am obligatorischen Stopp am Coll de Bóixols kam zum ersten Mal zu anderen Gruppenaufnahmen.

Wir waren kaum diesem Kurvenspass bis Coll de Nargo „entkommen“, um uns nach einem Tankstopp, in einen weiteren Kurvenspass stürzen mussten. Diesmal war es die L-401 in Richtung Sant Llorenc de Morunys die uns in ihren Bann zog. Zunächst mussten wir wieder mal dem Primärbedürfnis Essen nachgeben.Spätestens in Alinyà sollten wir endlich einkehren.

Man muss vorausschicken, dass bei dieser Tour zum ersten Mal die Mittagsstopps vorher geplant waren. Diese Verfahrensweise sollte ein Test für zukünftige Touren sein. Der Grund war, dass man manches Mal ziemlich viel Zeit mit der Suche nach einem passenden Lokal vergeudet hatte. Der Test hat sich bewährt, weil man die gewonnene Zeit entweder auf der Straße oder im Lokal selbst besser verbringen konnte. An einem späteren Tourentag sollte sich beweisen, dass es Sinn macht, vorher zu wissen, wo man sich verpflegen würde.

Die Wahl bei dieser Tour fiel auf das Restaurant Cal Celso im genannten Alinyà. Parkmöglichkeiten für die Motorräder sind ausreichend vorhanden, man hätte die Bikes von der Terrasse auch gut im Blick. Der Chef und sein Personal haben sich rührend um uns gekümmert. Nachdem man mitbekommen hatte, dass ich gestochen worden war, bot man mir sogar das vermeintlich „jahrhundertealte“ Geheimrezept der Familie gegen Stiche an. Moment. Hoffentlich war das kein "Hängolin" gegen Schwellungen allgemein, quasi das Gegenstück zur blauen Dauerkannpille. Man mag es kaum glauben, aber sowohl die Schwellung, als auch das Brennen waren innerhalb kurzer Zeit weg. Ihr wisst noch worum es geht?

Die Örtlichkeiten zur Mittagsverpflegung schon vorher zu wissen, wird man bei der Tour nächstes Jahr (2019) noch verfeinern, indem man pro Tagestour mehrere, mögliche Ziele zur Essensaufnahme bereithält.

Dann gings für uns weiter auf den Kurvenlagen der L-401 zwischen Alinyà und dem Coll de Jou. Dort verließen wir die L-401 auf die LV-4241 in Richtung Solsona. Auf der Strecke schwingst du mit fantastischen Ausblicken in die Serra del Cadí Richtung Süden ab. Kurz vor Solsona verlor Rolf seine Kamera, welche nach Hinten filmte. Die Kamera konnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht wieder finden, solten aber 2 Tage später nochmal eine Suchaktion starten.

Hinter Solsona gings für uns auf der schnellen C-26 Richtung Osten und dann nach Norden auf der C-14, der N-260 und der N-145 und damit wieder zurück nach Andorra, nach St. Julia de Lloria ins Hotel.

Zwecks Zeitersparnis am nächsten Tourtag sollten wir in St. Julia de Lloria nochmal den günstigen, andorranischen Sprit fassen. Die letzten, knapp 5 Kilometer bis zum Coma Bella auf der andorranischen CS-130 (Carretera de la Rabassa) ein klassischer, fahrerischer Tourausklang, der uns bei unseren nächsten Touren am Ende immer wieder entzücken sollte.

Der eigentliche Tourausklang nach 340 Kilometern erfolgte bei einem, obligatorischen „Dräckerten“*, man will ja nach all den Jahren nicht mit den alten Traditionen brechen.

Schließlich sollte ein gelungener Toureinstand bei einem gigantischen 3-Gänge-Menu mit fantastischen Auswahlmöglichkeiten bei jedem Gang, entgültig ausklingen. Das Coma Bella sollte auch die nächsten Tage keinen Wunsch offen lassen und in seiner Qualität nicht nachlassen.

Am morgigen Tourtag sollte es für uns auf eine Tour in die französischen Pyrenäen gehen.

*Frankenwiki: Des "Dräckerte" oder äh "Dräckerts".

Erklärung: Dräckert von dreckig/schmutzig. Schmutziges Bier. Ein Bier dass man in ungewaschenem Zustand direkt nach der Tour zusammen trinkt und welches dem Gemeinschaftsgefühl unheimlich zuträglich ist.

 

Stand: 12.08.18
 

 

 

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