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Pyrenäen / El Pirineo /Les Pyrénées /The Pyrenees 2008

 

lizenzfreie Music von Jamendo 

 

Hinweis:

bei den eingebundenen Frames handelt es sich ausdrücklich nicht um eigene Inhalte.

alle Rechte liegen bei GPsies

Einzeltouren:

Pyrenäen/El Pirineo/Les Pyrénées/The Pyrenees 2008:

Anfahrt Nürnberg - Neu Isenburg
Tour1 Narbonne - Ainsa Tour2 'Auf den Spuren Santiagos'
ca. 280 km ca. 390 km ca. 520 km
Tour3 Navarra Tour4 Nationalparks Pyrenäen Tour5 Ainsa - Os de Civis
ca. 450 km ca. 450 km ca. 220 km
Tour6 Catalunya 2006 Revival Tour7 'Sierra del Cadí' Tour8 Os de Civis - Narbonne
ca. 450 km ca. 220 km ca. 350 km

 

 

Fotos 2008

 

 

 

Videos 2008

 


 

 

Tourenteilnehmer/Viajeros/Compagnons de vojages/Passengers:

"...fehlendes Können wird durch Wahnsinn ersetzt...", "...ihr könnt alles machen, aber mit Gummi!..."

Robert ("La Maleta") M.

Markus ("El Cubo de Cerdos") D.

Wolfgang ("El Hombre de los siete míllones de curvas") P.

Thomas ("El Gixxer") F.

Martin (Don Maddin) R.

 

 

Tourenberichte Pyrenäen 2008

 

"...aller Anfang ist schwer..."

Eigentlich hatte ich ja nicht vor Tourenberichte zu verfassen. Aber unterschätze niemand die Macht der Worte, vor allem nicht in Verbindung mit dem entsprechenden Fotomaterial. Und hier ist er nun, mein erster Tourenbericht.

Nachdem wir 2006 die östlichen Pyrenäen unter die Räder genommen hatten und wir damals feststellten, dass die wir bei weitem nicht alles fahren konnten, was wir uns vorgenommen hatten, sollte uns dieses Mal der westliche Teil dieses, für Motorradfahrer sagenhaften Kurvenparadieses, zum Opfer fallen. Im Nachhinein betrachtet kam es umgekehrt:

 
Wir sollten wieder einmal Opfer der Pyrenäen werden.

Das Team 2006 bestand aus 4 Mitfahrern (Thomas, Markus, Robert und mir). Zwar hatten wir (Markus, Robert und Wolfi und ich) 2007 im Paket mit unserer Anfahrt über die Westalpen, dem Grand Canyon du Verdon und diversen Touren in Süd- und Ostspanien, die Pyrenäen ebenfalls mitgenommen, aber 2008 sollte die Aktion dann doch etwas opulenter ausfallen.
Zum einen stellten wir fest, dass das Team mit unserem Neuzugang aus der Tour 2007, Wolfi, der super dazu passte, zunächst auf 5 Fahrer angewachsen war. Zum anderen hatte ich meinen Tourkumpel von 2004 Martin gefragt, ob er denn noch oder wieder mal mit in die Pyrenäen fahren würde.
Da seine Erinnerungen an die Pyrenäen sich auf ein "...ich glaube es war geil..." beschränkten und ansonsten doch schon etwas angestaubt waren, sagte er zu, mitzufahren.
Auch ich war, was mein Wissen über die westlichen Pyrenäen betraf, schon etwas "eingerostet". Schließlich bestand das Team jetzt aus 6 Mitfahrern.

Nach mehreren Treffen zur Tourbesprechung und zum gegenseitigen Kennenlernen, stellten wir relativ schnell fest, dass es passte. Deshalb hielten wir die ursprünglich, geplante, gemeinsame Ausfahrt für nicht notwendig.
 

 

1. Tourentag (Mi., 03.09.08) von Nürnberg nach Neu Isenburg


Die Vorbereitungen mit Planung der An- und Rückfahrt mit dem DB-Autozug, der Buchung der Übernachtungen in Ainsa und Os de Civis, Testen der neuen, digitalen Helmkamera und des Aufnahmesystems, sowie der Ausarbeitung der einzelnen Etappen waren soweit abgeschlossen und so konnte es dann am 03.09. endlich nach Neu Isenburg zur Verladung auf den Autoreisezug gehen. Da die Anfahrt nach Neu Isenburg ebenfalls als Tour geplant war – wir wollten auf keinen Fall einen einzigen Tag unseres wertvollen Mopedurlaubes verschwenden – war als Treffpunkt 10.00 Uhr am Parkplatz des Fernmeldeturmes in Nürnberg ausgemacht.

Und hier erfolgte gleich die erste „positive“ Überraschung (oder sollte ich besser sagen Schock) für den Großteil des Teams. Der Koffer (Robert) hatte sich, nachdem er seine gute alte Gummikuh mit einer waghalsigen Evil-Knivel-Nummer in Tunesien teilgeschrottet hatte, ein nagelneues Teil von Moped rausgelassen.

Die Nerven müssen bei einigen unserer Supersportler blank gelegen sein, als sie feststellen durften, dass Robert mit seiner neuen Gummikuh PS-mäßig einen mächtigen Satz (ein Drittel mehr PS) machte und somit gefährlich in ihre Nähe rückte. Allein die fahrerische Umsetzung der neuen „Dampfkuh“ würde zeigen, wie groß der Unterschied dann noch sein würde.
Die sogenannte Anfahrtsetappe war im Großen und Ganzen so gewählt, dass man jederzeit auch auf die schnellere Variante, der A3 umsteigen konnte. Zwischen unserer Abfahrt in Nürnberg und dem durch die DB vorgegebenen Verladeschluss der Motorräder lagen zwar immerhin knappe 9 Stunden Zeit. Aber man weis ja nie wie es kommt. Die Etappe selbst betrug insgesamt 290 km und bewegte sich grob zunächst im Bereich des Steigerwaldes, den Main entlang und schließlich durch den Odenwald nach Neu Isenburg.

Das Reisewetter für diesen Tag war in den einschlägigen Internetseiten als wechselhaft vorhergesagt, für Hessen teilweise starke Regenfälle. Bis kurz vor Neu Isenburg hatten wir ziemlich Glück aber dann hatte es uns doch noch erwischt. Es regnete derart heftig, dass wir uns für die knapp 30 km bis Neu Isenburg doch mal in Schale werfen mussten. Ärgerlich, aber besser als wenn man die Zeit bis zur Abfahrt durchnässt in der Bahnhofskneipe verbringen musste. Insgesamt gesehen hatte die Tour mit dem Befahren des linken und rechten Mainufers ihr Highlight.
Nach diversen Pausen (hier konnte Markus seiner Sucht frönen und ich mitschnorren) und Tankstopps (Frönen und Schnorren inbegriffen), sowie einer ausgiebigen Mittagspause (F + S versteht sich von selbst), trafen wir ziemlich glücklich gut zwei Stunden vor der eigentlichen Abfahrtszeit in Neu Isenburg ein. Zu erwähnen wäre hier die kleine Anekdote in der Wolfi von Markus zur „Uniformität“ „überredet“ wurde. Unser Wolfi hatte wohl in der ganzen Aufregung vergessen, wie ausgemacht zur Abfahrt unser selbstbedrucktes Pyrenäen 2008 T-Shirt anzuziehen.


Wahrscheinlich hat er wieder mal die „Schnauze voll“ gehabt.


Die Maschinen konnten noch vor dem eigentlichen Verladezeitpunkt auf den Autotransporter der DB gefahren werden.
 

An dieser Stelle ein Dankeschön an die hervorragende Arbeit der beiden fixen Jungs am Verladebahnhof Neu Isenburg, denen wir dann für ihren Feierabend noch ein paar Döschen reinen Gerstensaftes spendierten. Immerhin hatten wir dann noch soviel Zeit, dass wir für unser körperliches Wohl in der Bahnhofskneipe sorgen konnten.

Dermaßen gestärkt begaben wir uns alsbald in unsere zugewiesenen „Gemächer“. Bekanntermaßen belegt die DB jedes Schlafabteil maximal mit 5 Personen, sodass der Gixxer (Thomas) leider in ein anderes Abteil ausgelagert werden musste. In dem Zusammenhang hätte es fast noch eine Problematik mit älteren Herrschaften gegeben, da ich mich auf der Suche nach Thomas Abteil in der Adresse geirrt hatte. Der böse Spruch von Geriatrie-Ausflug machte die Runde (langsam Reiten Cowboy...da kommen wir alle mal hin). Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Abteile waren bezogen und damit das kurz vorher erlangte leibliche Wohl nicht durch einen Blutzuckersturz in Gefahr geraten zu lassen, waren auch hier Vorkehrungen getroffen.
Schließlich war auch noch eine Darstellung „erster Kajüte“ geboten über die sich so mancher Mitreisende köstlich amüsiert haben muss. Dennoch ließen wir uns nicht in unserem Gebaren stören und ließen unseren „Emotionen“ freien Lauf.
 

Party On People!
 

  

Hier die Teilnehmer des Dramas noch mal im Einzelnen:

 


Da war wirklich vom wahnsinnigen Bressot-Verkäufer über den abgespaceten Bistro-Alphonse, einem spanischen Eseltreiber, Charlie Chan, zwei Versionen des alten 50 Mark-Scheines fast jedes Gesicht vertreten.


Abgesehen von weiteren, kleineren Showeinlagen ging glücklicherweise auch diese Nacht ihrem Ende entgegen...


...sodaß dem Morgen in Südfrankreich graute.

Hier zeigte sich bereits das Selbstverständnis der Truppe.

 

2. Tourentag (Do., 04.09.08) von Narbonne nach Ainsa

Zu diesem Zeitpunkt sah es tatsächlich so aus als sollte es am 2ten Tourentag so weitergehen wie in der vergangenen Nacht.

Aber entspannte Gesichter sehen anders aus!

Ich persönlich möchte nicht nach dem Aufwachen in solche Gesichter sehen müssen! Obwohl das im Spiegel heute morgen auch nicht besser aussah.
Nach überstandenen Shuttle-Transfer, Abladen der Maschinen, Aufpacken derselbigen und Installation der verschiedenen, technischen Gerätschaften, waren wir schließlich bereit um in Richtung unserer ersten Pyrenäenetappe am 04.09. von Narbonne ins ca. 390 km entfernte Ainsa, welches in den spanisch/aragonesischen Pyrenäen liegt, aufzubrechen.
Um einige Kilometer zu machen sah die Tour vor, zunächst die mautpflichtige, sogenannte Autoroute des Deux Mers (A61) in Richtung Toulouse zu benutzen. Vom Parkplatz (befindet sich aus Richtung Narbonne kommend zwischen Ausfahrt 24 und 23), der als Aussichtspunkt ausgewiesen ist, bietet sich dem Rastenden ein einmaliger Blick auf das alte Carcassonne (La Cité).

Hier war ein geschichtlicher Abriss über die mit diesem Ort in Verbindung stehenden Geschehnisse unerlässlich.

Mit Verlassen der Autoroute des Deux Mers auf die kurvenreichen Landstraßen des französischen Pyrenäenvorlandes kam zu den landschaftlich schönen Ausblicken auch noch die entsprechenden kurventechnischen Herausforderungen. Zunächst schlug uns allerdings die Kinnlade auf den Tankrucksack auf (glücklicherweise gibt’s Kinnriemen), als wir die befahrbare Grotte von Mas d’Azil „fanden“. Bei der Planung hatte ich mir keine Vorstellung davon gemacht, was uns da erwarten könnte. Na klar, im Internet recherchiert, Fotos angesehen, aber das was sich einem da bot, war ein Brett. Ca. 400 m asphaltierte Strasse durch eine Grotte mit prähistorischer Vergangenheit. Unser Entzücken fand darin Ausdruck, dass wir das Teil gleich mehrmals in jede Richtung durchfahren mussten. Für mich persönlich war es das Highlight an diesem Tag. Ein Foto kann da den persönlichen Eindruck nur eingeschränkt wiedergeben. Selbst die mit der Kamera aufgezeichneten Sequenzen bleiben bruchstückhaft (siehe hierzu auch Video. Aber die Kopfspeicherplatte hats voll drauf!

An diesem Tag sollte sich der Kinnladeneffekt noch einige Male einstellen. Nicht zuletzt wegen der Landschaft auch wegen der kurventechnischen Anforderungen in Verbindung mit dem Zustand der Straßen. Da bekamen wir bereits eine leichte Vorahnung von dem was uns im Verlaufe unserer weiteren Tour noch erwarten könnte.
Die weitere Etappe nach Ainsa hielt für uns noch einige Schmankerl bereit. Einen Teil der Tour de France in die entgegen gesetzte Richtung zu fahren und dabei die bekannten Pässe wie Coll de Porte d’Aspet, Coll de Menté, Coll du Portillon, Coll de Peyresourde, nicht zu vergessen, die Auffahrt zum Tunnel von Bielsa mit zu nehmen, war schon mal nicht schlecht...für den Anfang jedenfalls.
Mit der tunnelmäßigen Durch- und Überquerung der französisch/spanischen Grenze neigte sich dieser Tourentag leider fast schon seinem Ende entgegen. Die Abfahrt nach Ainsa, wo wir uns für 5 Nächte in das Hostal Dos Rios eingebucht hatten war da nur noch Formsache. Landschaftlich schön, fahrtechnisch weniger anspruchsvoll, die Fahrt im Tal des Rio Cinca hinab nach Ainsa, der Pyrenäenstadt in der, wie der Name unserer Unterkunft andeutete (Dos Rios – Zwei Flüsse), die beiden Flüsse Ara und Cinca zusammenfließen. Ainsa war im Mittelalter die Hauptstadt des Königreiches Sobrabe. Von dieser Zeit zeugt auch der über der Stadt thronende mittelalterliche Stadtkern und seine Burg, die sich in das gigantische Pyrenäenpanorama optisch sehr gut einfügen. Für uns ein weiteres Augenschmankerl. So hatte ich die Szene aus 2004 nicht mehr in Erinnerung.

Da unser Eintreffen in Ainsa erst in den späten Abendstunden erfolgte, seit der Abfahrt gegen 11.45 Uhr in Narbonne waren zwischenzeitlich lockere 9 Stunden wie im Flug vergangen, machte man sich schon leichte Sorgen um uns. Der Anblick unserer Zimmer und der Ausstattung des Hostals insgesamt, ließ uns dann noch mal ein Lächeln auf unsere Gesichter zaubern. Für den ganzen positiven Stress den wir auf dieser Etappe zu „erleiden“ hatten, belohnten wir uns zum Abschluss dieses Tages auch noch mit einem fürstlichen Abendessen auf der Terrasse unseres Hostals. Unangenehmerweise mussten wir bei knappen 20 Grad mit diversen aromatischen Getränken (hier sei als Beispiel der sogenannte Carajillo genannt, spanischer Cognac gemischt mit Espresso) in legerer Bekleidung den Tag noch mal Revue passieren lassen. Igitt! Eklig war das!
Unsere Bikes in der hoteleigenen Garage kostenfrei und sicher untergebracht wissend, mit vollgeschlagenem und mit Schlummertrunk angewärmtem Wanst, konnten wir, in freudiger Erwartung und mit einem leichten wissenden Lächeln ob der kommenden Tourentage, dem Bikerhimmel so nah, in den Schlafmodus übergehen.

 

3. Tourentag (Fr., 05.09.08) "...einmal Pamplona und zurück..." - auf den Spuren Santiagos
 

 Dieser Tourentag fand im angebotenen Frühstücksbuffet seinen ersten Glanz.

Was dort geboten wurde trieb uns zunächst erstmal das Wasser in die Fresshöhle. Aber das hat die Natur ja eh so vorgesehen, denn so lassen sich die leckeren Sachen besser in die vom Schlaf „ausgezehrten“ Fettzellen reinschwemmen. Der Tag fing gut an!
Gegen 09.00 Uhr, so hatte man sich für die folgenden Tourentage verständigt, sollte regelmäßig Abfahrt sein. Und, oh Wunder es klappte! Wenn man bedenkt, dass zwischen dem möglichen Frühstücksbeginn um 08.00 Uhr und der abgesprochen Abfahrt eine knappe Stunde liegt, nenne ich das eine reife Leistung. Dazwischen lagen etliche Stunden in denen man seiner Fahrleidenschaft frönen kann. Bekanntermaßen wird in Spanien relativ spät (für deutsche Verhältnisse) zu Abend gegessen. Vor 20.00 Uhr gibt’s nix!
Zurück zum eigentlichen Grund, der Tour. Diese Etappe sollte im Zeichen des Paladin Karls des Großen, Roland stehen, da der Zielpunkt das Rolanddenkmal bei Roncesvalles in den navarrischen (Navarra, baskisch/spanische Region, waldreichste Region in Spanien) Pyrenäen sein sollte. Dort führte Martin und mich bereits eine der Touren aus 2004 hin. Wie es beim Touren halt so ist, kam es anders, aber der Reihe nach. Zunächst mal hatte sich mein alter Herr auf seine alten Tage vorgenommen den Jakobsweg (Camino de Santiago) zu gehen. Nachdem ich ihn schon einige Monate nicht mehr gesehen hatte und er an diesem Tag Pamplona „anlief“, lag es nahe, ihn da zu treffen. Unsere Etappe führte zunächst über den Pass ‚Puerto del Sarrablo’, die A-1604 nach Sabiñánigo. Die Strecke war hinsichtlich der Beschaffenheit des Asphalts eher eine Enttäuschung (seit 2004 war hier scheinbar kaum etwas gemacht worden), aber landschaftlich der Wahnsinn. Weiter über das Ansó-Tal (Valle de Ansó) mit der Schlucht von Biniés. Bei Ansó hatten wir zwei fantastische Begegnungen. Zum einen konnten wir einen Geier (vermutlich ein Gänsegeier) im Flug und anschließend bei der Landung beobachten.
Mit der Aussicht auf ein zweites Frühstück muss es ihm bei unserem Anblick wahrscheinlich das Wasser in die Fresshöhle getrieben haben.

Zum anderen begegneten wir zum ersten Mal dem navarrischen Asphalt. Hört sich gefährlich an, ist es aber in der Regel nicht, wenn man es richtig macht. Ich versuche gerade das Gefühl zu beschreiben, das sich einstellt, wenn man eine frisch asphaltierte, einsame, super ausgebaute Gebirgsstrecke vor sich hat, bei der sich eine Kurve an die andere, Kilometer um Kilometer reiht und man „befürchten“ muss: „…das hört nicht auf!...“ oder „...verdammt, das hört irgendwann auf...spätestens wenn ich wieder zu Hause bin...“. Markus, Thomas, Wolfi und allen voran Robert zeigten auch gleich ihre fahrerisch, umgesetzten Interpretationen, wie man seine Maschine in „gewissen“ Grenzbereichen zukünftig bewegen wollte.

Solange wir in der Region Navarra unterwegs waren, ging es endlos so weiter. Auf der Strecke zwischen Ansó, Isaba, Escároz, Garralda reihte sich eine Kurve an die nächste und das bei traumhaftem Asphalt und praktisch nicht vorhandenem Verkehr.

Kurz vor Roncesvalles mussten wir Richtung Pamplona abdrehen, weil wir über den ganzen Kurven die Zeit vergessen hatten. Nach kurzen Telefonat mit meinem alten Herren, beschlossen wir direkt dorthin zu fahren. Spätestens jetzt befanden wir uns auf unserem eigenen Camino de Santiago.
Gegen 16.00 Uhr trafen wir schließlich in Pamplona ein. Mehr als auf einen kurzen Café war leider nicht drin, da wir auf der Rückfahrt noch über 200 km nach Ainsa zurück zu legen hatten. So zog jeder wieder seiner Wege. Mein Vater auf seinem Camino und wir auf unserem.
Wir entschlossen uns einige Kilometer auf der neuen Pyrenäenautobahn A-21 zurückzulegen, bei Lumbier bogen wir wieder in Richtung der Pyrenäen ab. Dort wartete mit den ca. 15 km zwischen Navascués und Burgui auf der NA – 214 ein streckenmäßiges Sahnestückchen, welches wir zwei Tage später noch einmal fahren sollten. Leider blieb uns für die Schlucht von Arbayun keine Zeit. Die knapp 15minütige Pause kurz nach Burgui diente dazu die Fassung wieder zu erlangen. Zunächst sprach keiner ein Wort. Thomas schüttelte dann angesichts der unglaublichen Bedingungen auf der Strecke nur den Kopf, uns anderen bleib nur ein seliges Lächeln im Gesicht.
Die weitere Fahrt ging dann über die N-240 über Berdún, Puente la Reina, Jaca bis Sabiñánigo. Dort kurzer Schwenk auf die N-260 der wir dann über den Puerto de Cotefablo bis Ainsa treu blieben. Der interessante Tei der Strecke hier liegt zwischen Biescas, Broto und Javierre. Im Bereich zwischen Biescas und Broto enge Kurven, landschaftlich phänomenale Ausblicke in das Tal des Rio Ara. Mitten auf der Strecke ist am Puerto de Cotefablo (Pass von Cotefablo 1423m) ein Tunnel zu durchfahren. Ab Broto befindet man sich bereits im Tal des Rio Ara. Dort wurden die Kurven weiter und damit schneller. Endlich wieder was zum Abwedeln. 2004 war hier auf einem Teilstück noch Schotter gelegen. Dieses „Manko“ wurde beseitigt. Allerdings ließ dann der Straßenbelag ab Javierre arg in seiner Beschaffenheit nach, sodass Sitzfleisch und Material nach über 500 absolvierten Kilometern hier noch mal für 12 Kilometer auf eine harte Probe gestellt wurden. Cojones! Selbst die kurze Rast am Aussichtspunkt zu einem verlassenen Pyrenäendorf, konnte unsere „Gesäßmuskelverspannung“ nicht mehr richtig lösen.

Glücklicherweise war es bis Ainsa nur ein Wimpernschlag. Nach knapp 530 km fand die Tour in gemütlicher Runde dann ihr Ende.

 

4. Tourentag (Sa., 06.09.08) es regnet...wir bleiben in Ainsa...

Heute wollten wir die „Suche nach dem heiligen Gral“ wieder aufnehmen und dazu durch den Nationalpark Sierra y Cañones de Guara zum Kloster San Juan de la Peña und zur ehemaligen Templerburg Castillo de Loarre vordringen. Von diesen beiden Orten soll es sagenhafte Geschichten geben. Die Tour war eigentlich als spanische Fortsetzung unserer 2006er Tour „Land der Katharer“ geplant, bei der wir damals die Katharerburgen Queribus, Peyrepertuse und Puilaurens besuchten, „um deren Geheimnisse zu lüften“.
So wie es der Wetterbericht am Vorabend im spanischen Fernsehen angekündigt hatte sollte es auch kommen. Im Bereich der aragonesischen Pyrenäen: Regen! Auch ein Blick ins Internet versprach da keine Besserung. Selbst unsere Hoffnung auf eine Wetteränderung, um eine Tour ab Mittag machen zu können, wurde nicht erfüllt.
Kurz entschlossen legten wir uns nach dem Frühstück noch mal ab, um uns dann am späten Vormittag doch noch zurück in die Zeit zu begeben. „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ Mittelalter hatten wir in bombastischen Ausmaß direkt vor der Tür: Ainsa! Auf zum alten Stadtkern und zur Burg.
Nach einem „strapaziösen“ Aufstieg ohne die PS unserer Maschinen, erreichten wir die Altstadt und stellten fest, dass es auch hier Leute mit seltsamen Gesichtern gibt. Zumindest solchen die seltsame Gesichter machen konnten.

Mit so einer Visage gestaltet sich die morgendliche Rasur natürlich etwas komplizierter. Womit sich der Kreis zu den entspannten Morgengesichtern wieder schließt. Im tiefsten Mittelalter hätte man das Problem wahrscheinlich mit einer sogenannten „Brandrasur“ behoben.
Ainsa belohnte uns für den ausgefallenen Tourentag mit einer super restaurierten Altstadt mit kleinen auch exquisiten Geschäften und Restaurants und nach dem Aufstieg auf den höchsten Punkt der Stadt, dem über 1000 Jahre alten Kirchturm, mit wunderschönen Ausblicken ins Umland. 

Das Foto links zeigt den Blick in südöstliche Richtung mit dem Zusammenfluss des Rio Cinca und des Rio Ara, und im Hintergrund den Embalse (Stausee) de Mediano.

Rechts kann man den Marktplatz von Ainsa, im Hintergrund die Burg und das Tal des Rio Ara sehen.
Zu allem Überfluss war an diesem Wochenende auch noch Markt in Ainsa und der fand direkt im Burghof statt. Im aufgebauten großen Zelt wurden die verschiedensten Waren angeboten.

Man hatte auch einen „Gastrobereich“ nicht vergessen. Während es draußen in strömen regnete ging es uns drinnen mit ein paar „Aceitunas“, „Tintos“ und „Cervezitas“ richtig gut.

Völlig untypisch für spanische Verhältnisse fand dann die Fiesta gegen 14 Uhr ein jähes Ende, als die Bar plötzlich geschlossen wurde, was dann für „überraschte“ Gesichter sorgte.

Nachdem man sich noch mit einem Pyrenäenadler leiblich gestärkt hatte, gestaltete sich die gemeinsame Rückkehr zum Hotel für den einen oder anderen als schwieriges Unterfangen. „Durch die verschiedenen Witterungseinflüsse war es inzwischen doch recht feucht geworden“.
Da es bis zum Abend noch ein wenig hin war, hatten wir genug Zeit unser Schlafbedürfnis auszugleichen.

 

5. Tourentag (So., 07.08.08) Tour Navarra

Wetter, Frühstück und die anderen Umstände passten. Wir hörten sie rufen. Sie, unsere Bikes. Mit ausreichend Schlaf vom Vortag versorgt, fühlten wir uns kräftig genug unsere Eisenpferde noch einmal in die Region Navarra zu reiten.
Um andere Eindrücke zu bekommen wurden Teiletappen der Tour von vorgestern in die entgegen gesetzte Richtung gefahren. Und dazu brachten wir die Strecke bis Javierre als erstes hinter uns. Die 12 km mit miesem Belag gingen schnell vorbei, das erste Highlight war dann der Rest der N–260 bis Biescas. Erst die langgezogenen schnellen Kurven und dann die engen Kurven im oberen Drittel der Strecke. Erste Pause an der Tankstelle Kreuzung N–260/A–136.
Wir befuhren die N-260 bis kurz vor Jaca weiter und bogen dann auf die N-330 in Richtung in Richtung Canfranc /Puerto de Somport ab. Weiter ging es dann links auf die HU-212, die zu diesem Zeitpunkt bis Borau der Asphaltierung unterzogen wurde. In ihrem weiteren Verlauf erinnerte mich die HU-212 abschnittsweise an die Single-Road-Tracks, die ich 2001 in Schottland kennengelernt hatte.
Schmale Strasse mit wenig Vegetation und damit Blickmagnet in Täler und Berge. Nach Rechts hatte man einen fantastischen Blick in die Sierra de Aisa.

Kurz nach Jasa hatten wir Kontakt mit einer Gruppe spanischer GS-Fahrer aus Santa Pola bei Alicante, die gerade dabei waren die Transpirenaica von West nach Ost zu absolvieren.

Also die Pyrenäen auch auf kleinsten Wegen zu durchqueren. Deshalb wunderten wir uns über deren Ausrüstung. Zum einen war sie äußerst spärlich und dann waren da auch noch Seile und Karabiner usw. Wir hatten nur eine vage Vorstellung davon was die mit den Sachen anstellten wollen. Nach kurzem spanisch/englisch/deutschem Benzingespräch zog wieder jeder seiner Wege, sie nach Osten, wir ins Kurvenparadies Navarra Richtung Westen.
Die guten Kurven sollten dann auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Kaum bogen wir auf die A-176 Richtung Hecho ins das Valle (Tal) del Hecho gings auch schon los. Das sollte bis Ansó und über die HU-2024 Richtung Zuriza so bleiben. Dort verpassten wir dann allerdings die Abfahrt in auf die NA-200. Der Belag wurde immer schlechter bis schließlich nur noch Schotter übrig blieb. Die Supersportler waren begeistert. Schließlich endete die „Straße“ an einer Berghütte. Also hieß es umkehren und die Abzweigung zur NA-200 zu finden. Markus war bereits vorgefahren und wir trafen in unmittelbar am Abzweig der NA-220 zur NA-137 wieder. Nach kurzer Pause sollte es weiter hoch zum Collado (wörtlich übersetzt bedeutet das Hügel) de la Piedra San Martin/Coll de la Pierre de Saint Martin. Die Auffahrt könnte man wohl eher als Passstraße nach Frankreich bezeichnen. Da die Straße dort neu asphaltiert wird, war die Fahrt hoch nicht so prickelnd. Allerdings entschädigte uns ein Blick zurück ins Valle (Tal) del Roncal.

Auf der französischen Seite angekommen, wurden wir ebenfalls mit fantastischen Ausblicken belohnt.

Über Saint Engrace (franz. D 113) und über die D 26 nach Larrau, wo wir eine längere Mittagspause einlegten, sollte unsere Tour wieder zurück nach Spanien führen. Vor uns lagen noch auf französischer Seite der Col de Erroymendi und schließlich der, die französisch/spanische Grenze markierend, Port de Larrau/Puerto de Larrau. Dazwischen hatten wir noch eine Begegnung mit einer Herde Pferde, was hier nicht besonders ungewöhnlich ist.

Bereits 2004 fuhren Martin und ich eine Tour in die entgegen gesetzte Richtung, also von Spanien kommend. Auch damals befand sich allerlei Getier auf der Straße.
Auch damals machten wir Pause am Puerto/Port de Larrau. Und genau wie damals war die Fernsicht phänomenal.

Wir bekamen ebenfalls die Gelegenheit seltene „Flugtiere“ zu beobachten


Robert blieb zunächst ein wenig zurück um folgende Aufnahmen zu machen...


...holte uns dann aber schnell wieder ein.
Unser weiterer Weg führte uns über die NA-140 bis nach Navascués. Von der dort nahmen wir unseren zweiten Lauf über die NA-214 nach Burgui. Thomas bat mich bei dem kurzen Stopp dort, sie alle sofort nach Hause zu bringen, bevor „es“ noch „schlimmer“ werden würde. „Keine Ahnung was er damit meinte“.
Jedenfalls fuhren wir ab da den uns bereits bekannten Weg nach Puente la Reina. Dort entscheiden wir über die A-132 Richtung Huesca weiterzufahren. Auf diesem Weg nahmen wir die einmalige Brücke über den Embalse (Stausee) de la Pena und die außergewöhnlichen Mallos de Riglos mit.

Da wir schon mal in der Gegend waren konnten wir auch gleich die Burg von Loarre (Castillo de Loarre) noch anfahren, was sich dann als gute Idee herausstellte.

Von dort aus hatten wir einen einmaligen Ausblick in die darunter liegende Ebene.  

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit entschlossen wir uns den schnellsten Weg zurück nach Ainsa zu nehmen. Dieser führte uns über die N-240 an Huesca vorbei nach Barbastro. Dort bogen wir dann auf die A-123 Richtung Ainsa ab. Wiederum nach über 500 km beendeten wir diesen Tag ziemlich erschöpft mit einem leckeren Abendessen und den dazugehörenden anderen Annehmlichkeiten.

 

6. Tourentag (Mo., 08.09.08) Nationalparks Pyrenäen/Tour de France

Für diesen Tag hatten wir uns viel vorgenommen, zuviel wie sich wieder einmal herausstellen sollte. Die Tour war zunächst unter 2 Gesichtspunkten geplant. Zum einen die Erkundung der beiden Pyrenäennationalparks. Beide Parks grenzen aneinander. Der Parc National des Pyrénées auf der französischer Seite und der Parque nacional de Ordesa y Monte Perdido auf der spanischen Seite. Hier war geplant in die Parks auf den möglichen Einfahrtsrouten zu fahren. Auf spanischer Seite die Einfahrt in das Valle (Tal) de Pineta bis Espierba auf der HU-V-6402 bis man bei Espierba den Talkessel erreicht hatte. Auf französischer Seite die Fahrt bis zum Cirque de Gavarnie und/oder den Cirque de Troumouse, beide über die D 921 ab Luz-Saint-Sauveur zu erreichen. Und dann wieder auf spanischer Seite die Hauptzufahrt zum Ordesatal ab Torla auf der A-135. Und schließlich noch die Einfahrt in den Añisclo-Canyon (Cañón de Añisclo).
Der zweite Gesichtspunkt unter der die Tour laufen sollte, war einen weiteren Teil der „Tour de France“ zu befahren und dabei die bekannten Pässe wie Col d’Aspin, Col du Tourmalet, Col de Soulour und das Col d’Aubisque mit zu nehmen. Dies alles in einer Tour zu verwirklichen, stellte sich als unmöglich heraus. Allein die Einfahrten in die Nationalparks hätten zu viel Zeit verschlungen. Sodass wir zwar auf den Cirque de Gavarnie/Troumouse, das Ordesatal und einen Teil des Añisclo-Canyon verzichten mussten, die Tour hatte es dennoch in sich.
Kurz nach 09.00 Uhr bewegten wir uns auf der A-138 nach Norden in Richtung spanisch/französische Grenze (Tunnel von Bielsa). Bei Bielsa bogen wir dann in Richtung Valle de Pineta ab. Je weiter wir auf der Straße vordrangen desto höher wurden die Felswände links und rechts um uns herum. Bei Espierba versperrte schließlich die Schranke zum Parador die Weiterfahrt. Die Strecke war zwar vom Belag her nicht besonders gut, was uns allerdings beeindruckte war das Gefühl als wir immer weiter in das Tal hinein fuhren. Hier entstand zwangsläufig der Eindruck, dass sich die Felsmassen links und rechts von uns immer mehr auftürmten um schließlich auf uns herabzustürzen. Bis sich mit einem Mal der Talkessel vor uns öffnete um den Blick auf ein atemberaubendes Panorama freigab. Durchzogen von einigen Wasserfällen erhob sich ein schier unüberwindliches Massiv hinter dem sich der Monte Perdido (wörtlich übersetzt: der verlorene Berg) mit seinen 3355m versteckte. Aus unserer Zwergenperspektive kann man sich das ganze in etwa so vorstellen.


Auch hier kann die Aufnahme nicht unbedingt den tatsächlichen Eindruck wiedergeben.

Nachdem wir unsere Kinnladen unter zu Hilfenahme des Handtellers wieder einigermaßen in ihre natürliche Verschlußposition gebracht und ausreichend Fotos geschossen hatten, führte uns unser weiterer Weg die A-138 hoch zum Tunnel von Bielsa.

Eigentlich schloss sich hier der Kreis. Am 04.09. waren wir ja so nach Ainsa gefahren. Unspektakulär die Auf- und Durchfahrt des Tunnel, spektakulär allerdings der Blick und die Abfahrt auf französischer Seite über die D 929 ins Tal bis Saint-Lary-Soulan.

 

Die Abfahrt ab Saint-Lary-Soulan bis Arreau zog sich ein wenig. Eher unspektakulär die Auffahrt zum Col d’Aspin über die D 918. Im Gegensatz zum Ausblick in beide Richtungen...


...und zu der kleinen Anekdote die sich dort zutrug:

„Unser Markus wollte es zuerst mit dem größten Bock (links) im Revier aufnehmen“. Nein! Eigentlich wollte er ihn an den Hörnern packen. Nein! Er wollte ihn streicheln oder was auch immer. Jedenfalls war ihm davon abzuraten.

Oder würdet ihr den anfassen, geschweige denn versuchen den zu streicheln?

Ich nicht!

Da könnte man ja gleich bei den SanFermines in Pamplona mit den Stieren laufen. Olé! Den Stier/Bock bein den Hörnern packen oder was? = Lebensmüde oder was?!

Diesen Rat hat Markus ja noch angenommen.

Aber wenig später gabs Probleme mit einer weidenden "Milchmadame" (rechts), der er scheinbar beim Fressen im Weg stand, während er videografierte.

Wahrscheinlich wollte sie ihr "Dope" nicht mit ihm teilen, während sie sich "zugraste". Jedenfalls hat sie ihn auf die Hörner genommen, sprich weg gestoßen. Dabei kam der Fotoapparat, der gute, neue, im Gras direkt unter ihrem Gesäß zum Liegen und filmte schön weiter.

Ein Bild für Götter!

Ich hätte ihm einen neuen gezahlt, wenn sich die Kuh in dem Moment erleichtert hätte. Über die ungewöhnliche Perspektive der Aufnahme (oben) und die Vorstellung was hätte passieren können, lach ich mich heute noch von einem Hustenanfall zum nächsten!

Letztendlich konnte das gute Stück schließlich doch noch aus seiner misslichen Lage befreit werden, obwohl die französische Kuh die mehrmalige, befehlsmäßige Aufforderung von Markus ignoriert hatte, von seinem Foto herunter zu gehen. Sie war halt keine Multi-Kulti-Kuh und verstand oder wollte deshalb keine Deutsch oder Bayerisch und schon gar nicht Fränkisch verstehen. Befehle nahm sie jedenfalls keine entgegen.

Der Tipp wäre in Zukunft Tiere zu meiden, die eine Überproportion von Schulterbreite und Hörnerbreite aufweisen, wenn zusätzlich die mutmaßliche Anlaufgeschwindigkeit potenziert mit dem möglichen Beschleunigungswert in Abhängigkeit von der Entfernung und dem Gewicht des Tieres eine derart hohe Aufprallenergie erwarten lassen, die das eigene geschätzte Körpergewicht und das Standvermögen überschreiten oder über die prognostizierte Fluchtenergie hinausgehen.

Oder anders ausgedrückt: Don’t be stupid, even if you're horny!

Diese "Weisheit" träfe vielleicht auch auf andere Lebenssituationen zu . . .

Bis auf eine kleinere Blessur im Brustbereich blieb Markus glücklicherweise unverletzt. Auch sein Fotoapparat funktionierte danach auch noch einwandfrei.
Nach dieser kleinen Episode gings für uns weiter Richtung Col du Tourmalet.


Auffahrt zum Tourmalet, vorbei am hässlichen La Mongie, na ja, aber wiederum riss es der Ausblick raus!
 

Da es am Tourmalet stark windig war, entschlossen wir uns nach dem Fotografieren gleich wieder weiterzufahren und Mittag zu machen.
Nach der leckeren Mittagspause mit französischen Spezialitäten (Käseplatte versteht sich von selbst!) bot die Weiterfahrt über Luz-Saint-Sauveur und Argèles-Gazost keine weiteren Highlights. Dazu hätten wir wahrscheinlich Richtung Cirque de Gavarnie abbiegen müssen. Wie gesagt, es reichte die Zeit dazu leider nicht mehr.
Erst die Fahrt vom Col de Soulour zum Col d’Aubisque könnte man wieder als gigantisch bezeichnen.
Eine weitere Beschreibung spar ich mir deshalb jetzt mal.
Weiter gings über die D 924 vorbei am Pic de la Sagette und dem Pic du Midi d’Ossau Richtung Pic/Col du Pourtalet. Die Abfahrt Richtung Spanien bescherte uns brutale Ausblicke und eine Kontrolle durch spanische Zivilpolizisten. Wir vermuteten einen Terrorhintergrund bei der Art ihrer Bewaffnung. Schnell weg!
Die weitere Abfahrt auf der spanischen A-136 in Richtung Biescas führte uns vorbei an den Embalses (Stauseen) de Lanuza und de Búbal.
Da ab Biescas die Strecke bereits vom 05.09. noch bekannt war, war die Rasselbande bis Sarvisé nicht mehr zu halten. Also war „gib ihm“ angesagt.
In Sarvisé traf man sich dann um gemeinsam auf die HU-631 abzubiegen und damit in Richtung Añisclo-Canyon zu kommen. Über die Beschaffenheit der Strecke kann ich mich insofern auslassen, als dass sie für Supersportler nicht unbedingt geeignet ist. Schlechter Asphalt wechselt sich mit Schotter und grobem Schotter/stellenweise Steinen ab. Landschaftlich allerdings wieder mal der Wahnsinn. Die Peña Montañesa (2291m) kann hier von ihrer besten Seite betrachtet werden.

Trotzdem waren auch wir Groß-/Reiseenduristen froh, als wir wieder auf die A-138 zurück nach Ainsa einbogen.
Vom Añisclo-Canyon konnten wir nur einige wenige Blicke erhaschen.

Mein Tipp wäre deshalb die Erkundung des Canyons zum einen zu Fuß und zum anderen von Escalona aus anzugehen. Dazu blieb uns leider auch wieder zu wenig Zeit.
Überflüssig zu erzählen, dass wir den Abschluss unserer Touren in den aragonesischen Pyrenäen an diesem letzten Abend im Hostal Dos Rios ausgiebig feierten.
Morgen sollte es in unser vertrautes Os de Civis bei Andorra gehen.

 

7. Tourentag (Di., 09.09.08) von Ainsa nach Os de Civis

Zunächst sollten wir die knapp 220 km von Ainsa nach Os de Civis zurücklegen um dann später vielleicht noch eine Feierabendtour durch die Sierra del Cadí dran zu hängen. Die Runde hätte dann noch mal um die 200 km haben sollen.
Nach Überprüfung der Reifen unserer Supersportlerinnen, stellten wir jedoch fest, dass hier ein Wechsel spätestens in Andorra dringend notwendig geworden war.
Die Tour führte uns zunächst über die sehr gut ausgebaute, aber langweilige N-260, die sogenannte „Eje Pirenaica“ nach Campo. Ich kann mich daran erinnern, dass die N-260 vor ihrem jetzigen Ausbauzustand noch ihren Reiz hatte. Aber es sollte ja wieder besser werden.
Robert und ich hatten 2007 einen Teil der Strecke auf der Rückfahrt nach Narbonne durch die Pyrenäen bereits unter die Räder genommen. Wir wussten also, dass die Strecke im Bereich zwischen Campo und Castejon de Sos mit der Schlucht von Ventamillo (Congosto de Ventamillo) ein absolutes landschaftliches Muss war. Siehe hierzu auch dieses Video
. Auf den knapp 7 km zwischen der Abfahrt zum Dorf Seira und El Run bietet sich ein einmaliges Spektakel bei dem sich die Steinmassen auf jeder Seite der Schlucht steil in die Höhe schrauben. Hierbei öffnet sich einem manchmal der Blick auf die vor einem liegende Straße und dem Rio Esera der hier noch als Gebirgsbach fließt. Die eigentliche Herausforderung aber liegt auf diesem Teilstück darin, möglichst knapp an der Felswand entlangzufahren, da man aufgrund der geringen Straßenbreite mit dem Gegenverkehr in Kontakt kommen könnte.
Die weitere Strecke führte uns immer noch auf der N-260 über das Collado de Fadas und das Collado de Espina. Beide mit jeweils 1420m und 1407m nicht allzu hoch, sodass man hier schon von Hügeln sprechen könnte. Mein Verhältnis zu der Strecke scheint nicht das Beste zu sein. Die 4 Mal, die ich dort bereits die Pyrenäen von West nach Ost und einmal in umgekehrter Richtung gefahren bin, hat es jedes Mal angefangen zu regnen. So auch diesmal. Bis El Pont de Suert verstärkte sich der Regen, schließlich mussten wir die zweite Haut anlegen. In dem Bereich verabschiedeten wir uns endgültig von Aragonien und tauchten in die Region Catalunya ein.
Im weiteren Verlauf der N-260 war jetzt ein Schmankerl angesagt, dass wir 2006 bereits schon einmal gefahren waren. Die Überquerung des Collado de Perves (1325m). Auf den ca. 31 km von El Pont de Suert nach Senterada reiht sich eine Kurve nach der anderen. Schade, dass wir das aufgrund der Witterung nicht so richtig genießen konnten.
Ab Senterada sollte sich die Strecke zu der aus 2006 um ein kleines Detail ändern. Wie sich dann herausstellte ein Glücksgriff. 2006 führte uns der Weg noch weiter auf der N-260 bis La Pobla de Segur. Dieses Jahr bogen wir bei Senterada auf die kleinere L-503 in Richtung Montcortés ab, ließen La Pobla de Segur aus und „verkürzten“ somit bis Sort. Die sehr gut ausgebaute Strecke, die über Montcortés zurück auf die N-260 in Richtung Sort führte, hielt einige Überraschungen bereit. Bis La Pobla del Bellvei eine enge Kurve nach der anderen. Ab da bis Peramea weite Kurven und schließlich die Abfahrt zurück auf die N-260 wieder mit engen Kurven und fantastischen Ausblicken auf die Sierra (Gebirgskette) de Boumourt und den „Engpass von Collegats“ (Desfiladero de Collegats).
Sort. Ausgangspunkt für die Auffahrt über die C-147 dem Bonaigua-Pass (Puerto de la Bonaigua, 2072m) und der Weiterfahrt Richtung Andorra über die N-260 mit dem Collado del Cantó (1725m). Letzteres ein einmaliges, knapp 50 km langes Fahrererlebnis zwischen Sort und Adrall. Nach mehrmaligem Befahren in den letzten Jahren in beide Richtungen sozusagen unsere Hausstrecke. Breite gut ausgebaute Strecke mit Kurven in allen Varianten.
Am Aussichtspunkt des Collado del Cantó der knapp die Hälfte der Strecke markiert, machten wir noch mal Rast um über die hinter und die noch vor uns liegenden 25 km „nachzudenken“. Ich weiß nicht was dieser „Denkprozess“ bei dem einen oder anderen von uns ausgelöst hatte. Mein Eindruck war, dass unsere Gehirne inzwischen von der ganzen Kurvenfahrerei der letzten Tage nur noch aus je einem Einzeller bestand, in dem lediglich noch die genetische Information K U R V E N ! hinterlegt war.
Diese „gentechnische“ Veränderung zur kurvenfahrgeilen Amöbe wurde dann relativ rasch zwischen Adrall und Andorra wieder umgekehrt. Aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens im Bereich von La Seu d’Urgell hieß es wieder höllisch aufpassen.
Schließlich hatten wir nur noch wenige Kilometer bis zu unserem ersehnten Ziel in Os de Civis. Bereits bei der letzten Rast am Collado del Cantó hatten wir uns darauf verständigt zunächst unser Hotel zu beziehen und dann die Reifenproblematik zu lösen.
Das erste war schnell erledigt. Zudem waren wir äußerst positiv überrascht über die neue Unterkunft unseres „alten“ Wirtes. Als wir im September 2007 zwei Nächte in Os de Civis verbrachten, schliefen wir noch im alten Hostal „Borda dos Hermanas“. Damals war das neue Hotel noch im Bau, der Ende letzten Jahres dann abgeschlossen worden war und jetzt den Namen Hotel Parc d’Os trägt. Das Schmuckstück wäre im Internet unter
Hotelparc d'Os zu finden.
Die etwas schwierigere Aufgabe sollte jetzt darin bestehen unsere Supersportlerinnen neu bereifen zu lassen. Das ganze Prozedere zog sich derart lange hin, dass wir uns die Feierabendtour „Sierra del Cadí“ am Ende an die Backe kleben konnten.
Eigentlich war ich wegen der Sache schon ein wenig angefressen. Bei den Besprechungen zur Gesamttour war, aufgrund der Erfahrungen aus vorangegangenen Touren, insbesondere der aus 2006, klar die Devise ausgegeben worden, mit neuer Bereifung das Abenteuer westliche Pyrenäen 2008 anzugehen. Wir wollten ja bis Oberkante Unterlippe fahren, damit es bis über die Winterpause ins Frühjahr reicht.
Nach kurzer Aussprache war das Thema dann aber auch schon wieder erledigt. Den Abend verbrachten wir bei einem 4 Gänge Menü mit leckeren Grillspezialitäten, ausreichend Flüssigkeiten und Diskussionen über „Gott und die Welt“ in unserem Hotel.

 

8. Tourentag (10.09.08) 'Catalunya2006' - Revivaltour

Unser eigentlich letzter, richtiger Tourentag stand, wie die Überschrift schon teilweise verrät, ganz im Zeichen der vergleichbaren Tour aus 2006. Nur sollte die heutige Tour mit ein paar zusätzlichen Highlights in die entgegen gesetzte Richtung gefahren werden.
Zunächst hatten wir unsere Maschinen, auch die neu beschlagenen, mit dem günstigen Sprit aus Andorra aufgetankt. Nachdem bereits in Spanien der Literpreis um etwa 20 Cent günstiger als bei uns ist, unterbot Andorra durch seine Zollfreiheit diese für uns sehr erfreuliche Marke noch mal um 10 Cent. Hey, da sieht man mal was geht! Mit schönem Gruß an die Herren Finanzminister.
Jetzt hieß es erstmal den Weg in die Sierra del Cadí im Nationalpark Cadí-Moixeró zu finden. Dazu mussten wir über La Seu d’Urgell auf die LV-4008. Wie sich schnell herausstellte war die Belag dort reparaturbedürftig. Wenig später stießen wir auch schon auf die Reparaturtrupps. Leider besserten sie die Strecke auf den ersten 30 km nur punktuell aus. Das gefährliche daran aber war dass sie an einigen Stellen, auch in Kurven, den Schotter liegen ließen. Dies wäre mir ein wenig später fast zum Verhängnis geworden. Ich war zwar relativ langsam unterwegs, trotzdem rutschte mir beim Herausbeschleunigen aus einer Kurve plötzlich das Hinterrad weg. Instinktiv konnte ich die Situation zu einem guten Ende führen. Ein Unfall hätte einen Tag vor der Rückfahrt nach Deutschland gerade noch gefehlt. Erinnerungen an den August 1982 wurden wach als ich nach meinem 80er Unfall einige Zeit in einem spanischen Krankenhaus in der Nähe von Barcelona verbringen durfte.
Szene abhaken und weiterfahren.


Landschaftlich bot die Sierra del Cadí wieder ganz neue Reize...


...rote Erde.

Schließlich wurde ab Tuixén der Belag wieder 1a und unsere Supersportler konnten die neu aufgezogenen Reifen endlich richtig einfahren.

 


Sierra del Cadí auf die krasse: 

  

 Inzwischen waren wir auf der LV-4012 in Richtung Port (Pass) del Comte unterwegs, wo wir uns die Pause auf der Passhöhe mit einem Café con Leche bei gigantischen Ausblicken vertrieben.

 Die Abfahrt vom Port del Comte über La Coma und La Pedra Richtung Sant Llorenc de Morunys und somit Richtung L-401 war dann noch ein weiterer Zungenschnalzer.
Die L-401 waren wir bereits 2007 in die gleiche Richtung gefahren. Bereits damals nahm sie uns mit ihren Landschaften und Kurven in ihren Bann. Sie sollte uns auch diesmal nicht enttäuschen. Lediglich am Collado de Jou verfuhren wir uns und nahmen irrtümlicherweise den Weg über Lladurs nach Solsona. Was dem ganzen auch keinen Abbruch tat, da uns die Strecke mit gut ausgebauten Kurven und breiten Straßen mit wenig Verkehr verwöhnte. Das ganze hielten wir schließlich bis Lladurs aus, dort entschlossen wir uns wieder in Richtung Collado de Jou umzukehren.

Ab dem Collado de Jou auf der L-401 bis zur C-1313 kurz vor Coll de Nargó, Kurven, Kurven, Kurven wieder in allen Varianten. „Leider“ hörte es mit den Kurven ab Coll de Nargó auf der L-511 nicht auf. Die etwas über 40 km über das Collado de Bóixols von Coll de Nargó nach Isona kann man getrost als Kurven – El Dorado bezeichnen. Die kannten wir aus 2006 bereits aus der anderen Richtung und es wäre eine Untertreibung zu behaupten sie würden in diese Richtung nur etwas besser.
Die Kurven-Session fand zwar hinter Isona auf der C-1412 nach Tremp eine kurze Unterbrechung, sollte aber umgehend auf der C-1311 von Tremp nach Puente de Montañana ihre grandiose Fortsetzung finden. Die C-1311 waren Martin und ich bereits 2004 gefahren. Damals schrecklicher Asphalt, heute unbeschreiblich gute Bedingungen.
Bei Puente de Montañana legten wir eine verspätete Mittagspause ein, bevor wir den Rio (Fluss) Noguera/Ribacorcana auf der N-230 nach Vielha hochfuhren. Vorbei am Stauseepanorama des Embalse de Escales fuhren wir auf einer der Nord – Süd Hauptverkehrsverbindungen durch die Pyrenäen.
Vielha ließen wir dieses Mal „links“ liegen um über die C-28 den Port (Pass) de la Bonaigua zu bezwingen. Nachdem wir 2006 aus der anderen Richtung von Sort hochgefahren waren und damals sowohl die Auffahrt als auch die Abfahrt in keinem guten Zustand war, hatten wir die Hoffnung, dass sich innerhalb der letzten beiden Jahre eine 100%ige Verbesserung durch neu Auflegen der Fahrbahn eingestellt hatte.
Unsere Hoffnungen wurden leider nicht erfüllt. Die Westauffahrt zum Port de la Bonaigua war asphaltmaßig noch schlechter geworden. Die östliche Abfahrt Richtung Sort war gar nahezu komplett im Bau, Teilstücke geschottert und ständig Lkw-Verkehr. Als ob das noch nicht gereicht hätte, wurden die Sand-/Schotterpisten auch noch mit Wasser besprüht um die Staubentwicklung zu minimieren. Dies hatte natürlich zur Folge, dass sich diese Stellen teilweise in gefährliche Rutschpartien verwandelten. Von der Sauerei, die auf den Mopeds zurückblieb, ganz zu schweigen.
Thomas, der alte Weich-Käse-Bewacher unterzog deshalb seine „Barbie-Püppi-Gixxer“ bei nächster Gelegenheit einer „Körperreinigung“. ;-] ...is nur Spaß, Kumpel...
Trotzdem waren wir ziemlich froh das Stück hinter uns gelassen zu haben, als wir wieder einmal, wie am Vortag, in Sort ankamen. Da wir diesmal ohne Gepäck unterwegs waren, wollte man die Strecke über das Collado del Cantó noch mal auf „andere Weise inspizieren“. Martin meinte zwar er wolle diesmal nicht wieder alles geben, das würde ihn zu viel Konzentration abfordern, aber auch bei ihm stellte sich ziemlich schnell der gleiche Einzellereffekt wie am Vortag ein. Wie hätte das bei diesen Bedingungen auch anders kommen sollen?
Was es dann bei den Benzingesprächen an unserem letzten Abend in Os de Civis über gewisse „Einzelaktionen“, zu berichten gab, darüber breite ich hier mal den Mantel des Schweigens.

Es kam eh wie es kommen musste, nach etwa 450 km war auch diese Tour zu Ende gegangen und damit eigentlich auch schon unsere Pyrenäentour 2008.

 

9. Tourentag (11.09.08) von Os de Civis nach Narbonne

Am dem Morgen stand dann die Rückfahrt von Os de Civis nach Narbonne zur Verladung auf den Autoreisezug der DB auf dem Programm. Zu diesem Zwecke sollten wir spätestens um 14 Uhr am Verladebahnhof in Narbonne sein.
An diese Rückfahrt erinnere ich mich nicht gerne. Aufgrund des engen Zeitrahmens kamen wir überein, den Pas de la Casa zurück nach Frankreich zu benutzen. Diese Strecke kannten wir eigentlich in- und auswendig. Inzwischen wieder guter Belag auf der Strecke über den Col de Puymorens. Aber dann etwa ab Mont-Louis auf der N 116 eine besch...eidene Baustelle nach der anderen und das ganze bis kurz vor Villefranche-de-Conflent. Eigentlich müsste mein Helm von der Flucherei auf die Farbe rot gewechselt haben.
Schließlich konnte ich mich bei einem typisch französischen Gaumenschmaus wieder beruhigen und mich wieder von der Schönheit des Lebens überzeugen lassen. Man beachte die zufriedenen Gesichter.

Den Rest der Strecke bis Narbonne spulten wir routinemäßig über die, ab Ile-sur-Tet, zweispurige N 116 und schließlich über die mautpflichtige Autoroute du Soleil A9 von Perpignan bis Narbonne ab. Natürlich durfte auf dieser Strecke der alt vertraute Mistral nicht fehlen. Wir wurden nicht enttäuscht, allerdings war er an dem Tag lang nicht so heftig, wie bei unserer Rückfahrt letztes Jahr. Was damals den Vergleich mit einer Achterbahn standgehalten hätte.
Das Drumherum in Narbonne war wieder mal reine Formsache, sodass wir uns noch ein wenig in der Bahnhofskneipe „rumtreiben“ konnten, um dann einige Zeit später die Pyrenäen mit dem Zug in Richtung Heimat zu verlassen.
Den folgenden Tag mit der Rückfahrt von Neu Isenburg nach Nürnberg lasse ich unerwähnt, da wir die Strecke dieses Mal über die A3 Frankfurt – Würzburg – Nürnberg abwickelten.


 

F a z i t

 

Nach so einer Tour mit knapp über 3000 km in 10 Tagen ist es eigentlich schwierig die richtigen Worte finden, zumal ich in meinen Beschreibungen zu den einzelnen Tourtagen bereits etliche Superlative verwendet habe. Allerdings soll dieses Fazit auch nicht in Sprachlosigkeit ob des Erlebten versinken.

Es bleibt für mich wieder einmal festzustellen, dass, meiner Meinung nach, unabhängig von der gewählten Tour die Mitfahrer der entscheidende Faktor für ihr Gelingen bleiben.

An dieser Stelle meinen großen Dank an meine Mitfahrer Martin, Robert, Wolfgang, Thomas und Markus. Meine Hoffnung ist weiter mit euch fahren zu dürfen.

 
Ihr habt die Tour und mich bereichert!

 


Der Faktor Mitfahrer erlebt natürlich mit der Qualität einer Tour noch eine weitere Steigerung. Bei dieser Pyrenäentour hat dies alles zueinander gefunden und zueinander gepasst. Gerade auch weil sich hier die verschiedensten Charaktere zusammengetan haben. Man hat die Eigenheiten jedes Einzelnen akzeptieren können, auch weil man sein eigenes Ego nicht großartig in den Vordergrund stellte.

Spanien, und im Besonderen die Pyrenäen, für mich ein Buch mit einer nicht endend wollenden Anzahl an Seiten, in dem sich ein Weiterblättern auf jeden Fall lohnt. Ich teile nur bedingt die Meinung von Robert, die Pyrenäen wären nach dieser und unseren vorangegangenen Touren ausgelutscht. Eher sehe ich es wie den Genuss des von uns so geliebten Magno. Nicht jeden Tag, aber immer wieder. Sicher wird es auch einige Zeit dauern um die Fülle der Eindrücke verarbeiten zu können. Man sollte die Tour erstmal in sich reifen lassen.

In einigen Motorradforen ist die Diskussion über den Vergleich Südtirol/Pyrenäen aufgekommen. Der Vergleich hinkt meiner Meinung nach. Ich fahre auch gerne in Südtirol. Dort ist der Spaßfaktor ebenfalls immens.
Fakt ist aber auch, dass die Pyrenäen die wesentlich besseren Straßenverhältnisse, die abwechslungsreicheren Landschaften und auf jeden Fall das geringere Verkehrsaufkommen aufweisen. Der fahrerische Anspruch ist hier ähnlich hoch wie in Südtirol. Aber Südtirol liegt näher. Allein die Anfahrt und ihre Kosten sehe ich als Nachteil für die Pyrenäen.

Ich hoffe zwar einerseits, dass sich die Pyrenäen noch größerer Beliebtheit erfreuen, denn sie haben dem, in unseren Breitengraden, gestressten Motorradfahrer viel zu bieten. Auf der anderen Seite hoffe ich gerade deshalb auch, dass die Pyrenäen ihren ruhigen, einsamen Charakter beibehalten.
Für mich der ideale Ausgleich meinem Alltag und dem damit verbundenen Stress zumindest auf kurze Zeit entfliehen zu können und Erholung zu finden.

Der eine oder andere mag sich jetzt vielleicht die Frage stellen, ob diese Tour gerade weil sie so gut war noch zu steigern wäre. Was kommt danach? Kann es noch besser werden?

Für mich stellt sich diese Frage nicht, ich sehe die Tour als abgeschlossenes Ereignis dem ich nicht nachtrauere, sondern an der ich noch in Jahren meine Freude haben werde, wenn ich mir die Fotos und die Videos ansehe.

Es werden andere Touren kommen. So die nächste Tour in/nach Spanien, deren Planung bereits fast abgeschlossen ist. Sie soll im März nächsten Jahres stattfinden und wird uns in die Region Valencia führen.

Ich weiß, das ich als Spanienverrückter nicht das Maß der Dinge sein kann. Ich hoffe trotzdem, dass euch das Lesen meiner Tourenbeschreibungen genau soviel Spaß gemacht hat, wie sie es mir beim Schreiben bereitet haben.


 
 
Stand: 19.02.09

 

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