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 Frankreich / Francia / France / France 2016 

(Westalpenvorland - Westalpen)

lizenzfreie Musik von Jamendo: 

 


Vorbericht

Niemand konnte zu Beginn der Tour Frankreich 2014 ahnen, dass gerade die Tour ein derartiger "Nachbrenner" werden würde. In der Zusammensetzung bot die Tour letztes Jahr (2014) alles was man einem Tourenfahrer geben konnte. Angefangen von der Unterkunft, dem Mas Bourdaric über die hervorragende Stimmung im Team, der Landschaft und den Einzeltouren war es eine jener Touren, die man natürlich versuchen muss wieder zu fahren.

Die für 2016 geplante Frankreichtour bietet im angepeilten Revier Westalpen und Westalpenvorland, zumindest eine gute Voraussetzung für eine weitere großartige Tour in Frankreich. Aus den vergangenen Touren dort haben einige bereits feststellen können, was man in den ausgewählten Bereichen fahren kann. Insofern ist die 2016er Frankreichtour eine logische Konsequenz nicht nur aus der Frankreichtour 2014.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben sich bereits 10 Fahrer entschlossen die Tour zu fahren, die Maximalzahl ist erreicht. Die Planung der Tour gestaltete sich bisher nicht nur deshalb anspruchsvoll. Die passende, zentrale Unterkunft wurde bereits gebucht.

Die Entwicklung in Sachen Transportmöglichkeiten unserer Motorräder ist leider nicht so erfreulich. Bereits im Herbst 2015 zeichnete sich ab, dass die Firma Bikertransit nicht mehr weiterbestehen sollte. Anfang Dezember 2015 kam dann das Aus für das bisherige Konzept, wie man Motorräder transportieren könnte. Somit wird es ab dieser Tour keine Transporter mehr von Bikertransit für uns geben.

Man sollte hier trotzdem nochmal kurz über die letzten 5 Touren reflektieren, die auch dank des Konzeptes der Fa. Bikertransit so gefahren werden konnten. Ohne ins Detail zu gehen, die Probleme die die Firma die letzten Jahre zu bewältigen hatte, kommen aus der gleichen Richtung, aus der sie seit jeher kommen: Banken, Versicherungen, Konzerne und Politik. 

Für uns geht indes das Biken weiter, Probleme werden ihre Lösungen finden. Wir haben inzwischen auf diese neue Situation reagiert. Der derzeitige Stand (03.01.16): Wir konnten zunächst ein ehemaliges Fahrzeug der Fa. Bikertransit für die kommende Tour im Herbst organisieren. Unser neuer Kontakt ist die Firma Reifenmobil in Stein bei Nürnberg. Ein weiteres Transportfahrzeug + ein Anhänger für 6 Motorräder konnten zwischenzeitlich angemietet werden. Damit ist das Transportthema gelöst (Stand: 04.04.16).

 

 P l a n u n g 

(Stand: 20.10.2015)

  von nach Tourenkilometer   Übernachtung
1. Tag Nürnberg ?   Anfahrt
2. Tag Nürnberg ? 100 - 250 km Anfahrt/evtl. "WarmUp"
Domaine de Fombeton
3. Tag     ca. 430 km Tour Mercantour
"
4. Tag     ca. 380 km Tour Mont Ventoux
"
5. Tag     ca. 360 km Tour Grand Canyon Verdon
"
6. Tag     ca. 420 km Tour Italien
"
7. Tag     ca. 390 km Tour Vercors
"
8. Tag     ca. 380 km Tour Huez-Galibier-Izoard
"
9. Tag ? Nürnberg   Rückfahrt  
10. Tag ? Nürnberg   Rückfahrt  
      Gesamt: ca. ?? km    

 

30.10.15: 9 Zusagen zur Tour September 2016 (10 Tage)

20.11.15: Zimmer gebucht

13.12.15: Zusage 10ter Mitfahrer

20.12.15: Anmietung Ex-Bikertransit

04.04.16: 2tes Fahrzeug (9Sitzer) + 6er-Anhänger angemietet (FIWECO)

12.04.16: Absage eines Mitfahrers

 

Dabei sind: Rolf, Dieter, Mani, Patrick, Thomas, Wolfi, Peter, Martin, Kalle


W i r   s i n d   u n t e r w e g s   !

 

Die nächstmöglichen Kurven ab Samstag (17.09.16) . . .


  

W i r   s i n d   z u r ü c k !

 

26.09.16: Transportfahrzeuge abgegeben.


 

 F r a n k r e i c h 2 0 1 6 

 

D i e   T o u r e n 

 Infobox:

Frankreich / Francia / La France / France 2016

Datum Tour Tourenkilometer
Fr., 16.09.16 Anfahrt Nürnberg - Domaine de Fombeton  
Sa., 17.09.16
Anfahrt*/Scouttour** (Wolfi, Patrick,Thomas)
* ca. 1000 km/ ** ca. 220 km
So., 18.09.16
Tour Verdonschlucht
ca. 300 km
Mo., 19.09.16 Tour Bonette
ca. 460 km
Di., 20.09.16
Tour Mont Ventoux
ca. 330 km
Mi., 21.09.16
Tour Huez-Galibier
ca. 385 km
Do., 22.09.16
Relaxtag
-
Fr., 23.09.16
Tour Italien
ca. 480 km
Sa., 24.09.16
Rückfahrt Domaine de Fombeton - Nürnberg
 
So., 25.09.16
Rückfahrt
* ca. 1000 km
    Gesamt ohne *: ca. 1955/ ** 2175 km

 

 Tourenteilnehmer/Viajeros/Compagnons de vojage/Passengers:

 v.l.n.r.: Thomas G., Wolfgang P., Kalle L., Peter L. (vorne kniend), Martin R., Rolf F., Patrick P., Dieter L., Manfred P.

 

 

Fotos Frankreich 2016

 

 

 

Tourenbericht Frankreich 2016

Gleich einer scharfen Pusztapaprika sorgte das 2014ner "Biest" für einen derartigen Nachbrenner, dass man seinen Allerwertesten nicht mehr auf seiner alten Kiste stillhalten konnte und noch mal ne Kurvenschippe drauflegen wollte/musste. Die Lunte für eine weitere Tour in Frankreich war gelegt, der eine oder andere versorgte sich gleich gar mit einem neuen fahrbaren Untersatz. Als ob dies die "Schmerzen" lindern könnte . . .

Zu Beginn der Planung im Herbst 2015 standen uns für die Hin- und Rückreise folgende Optionen zur Auswahl

⦁ 1 ehemaliges Fahrzeug der Fa. Bikertransit + Selbstan- und Rückfahrt von max. 5 Fahrern

⦁ 1 ehemaliges Fahrzeug der Fa. Bikertransit + Anmietung eines weiteren Transportfahrzeuges für mindestens 5 Fahrer mit Motorrädern oder evtl. zusätzlich ein Anhänger für mindestens 5 Motorräder.

Bei der diesjährigen (2016) Tour sollten wir schließlich die zweite Variante umsetzen:

9 Fahrer (mit 9 Mopeds) "mißbrauchten aufs Brutalste" ein "Selbstfahrer-Mobil" (Fa. Reifenmobil bzw. Zweirad-Nürnberg) und eine Kombination Zugfahrzeug mit Anhänger (Anhängerverleih Fischer aus Igensdorf). Der logistische Aufwand der dabei betrieben wurde war, wenn überhaupt nur mit dem der Tour Nordspanien 2010 vergleichbar.

Das Rennen um die Unterkunft als zentraler Ausgangspunkt unserer insgesamt 6 geplanten Tagestouren machte dieses Mal das Domaine de Fombeton von Uta und Moritz.

Als Reisezeit hatten wir uns den Zeitraum vom 16. - 25.09.16 herausgesucht. Die Vorteile einer Tour außerhalb der Ferienzeiten liegen immer noch klar auf der Hand. Schließlich war auch noch zu berücksichtigen, dass wir nicht "Teil von Groß-Veranstaltungen" wie der Tour de France bzw. der Fußballeuropameisterschaft werden wollten.

Die große Unbekannte bei der Planung dieser Tour war die Sicherheitslage in Frankreich. Diese hatte sich nach den schweren Terroranschlägen ab Herbst 2015 mit entsprechenden sicherheitspolitischen Folgen rapide geändert. Da man sich entschloss die Tour trotzdem zu fahren, musste man mit etwaigen Sicherheitsmaßnahmen (Kontrollen/Durchsuchungen) durch höchst sensibilisierte Sicherheitskräfte rechnen.

Wie es uns nun letzendlich bei dieser Tour erging, erfahrt ihr jetzt . . .

 

1./2. Tag, Freitag/Samstag, 16./17.09.2016
Anfahrt Schwabach – Sisteron/WarmUp-Tour

Bis zum Zeitpunkt des gemeinsamen Treffens am Autohof Schwabach-West wurden wie bei der Tour vor 2 Jahren Organisation und Beladung der beiden Transporteinheiten getrennt voneinander vorgenommen. Dabei muss man feststellen, dass es ziemlichen Aufwand und Koordination braucht, wenn Zugfahrzeug und Motorradanhänger von verschiedenen Vermietern kommen. Angefangen von der Organisation eines passenden Zugfahrzeuges, über einem Zeitplan zur Abholung der Transporteinheiten, dem "Einsammeln" der Maschinen bzw. des Gepäcks bis zu deren Verladung, dem "Einfangen" der aufgeregten Mitfahrer und, und, und. Das funktioniert nur, wenn sich jemand konkret darum kümmert. Als ich auch nur am Rande die Details mitbekommen habe, war ich schon froh das nicht planen zu müssen.

Am Ergebnis, dass alles reibungslos funktioniert hat, sieht man dass sich da jemand richtig reingehängt hat. Man muss unserem Dieter (2ter von links) höchsten Respekt für sein Engagement zollen.

 

Wir dagegen in Eibach (Peter, Martin, Thomas und ich) hatten da relativ leichtes Spiel beim Beladen des uns altbekannten Fahrzeugs.

 

 

Letztendlich sollten sich beide Teams „wieder“ am Autohof Schwabach-West treffen, um von dort gemeinsam in die Touranfahrt zu starten.

Diese verlief wieder einmal vollkommen reibungslos, allein der Stopp zu einem französischen Frühstück mit Croissants und Cafés au lait „trübte“ die Perfektion.

Wir gingen jetzt mal nicht davon aus, dass wir zu spät am Etablissement waren, aber hier war für uns nichts "mehr" zu bekommen.

So trafen wir dann unausgeschlafen und unverköstigt, im Übrigen eine ganz schlechte Kombination, gegen 08.00 Uhr am Samtstagmorgen im Domaine de Fombeton ein, wo wir dann doch noch ein ausgiebiges Frühstück, sowie eine kurze Einweisung in die Gepflogenheiten des Hauses bekommen sollten. Hierzu zählte auch der erste Kontakt mit der etwas eigensinnigen Cafémaschine des Hauses . . . dazu aber später mehr.

Nach dieser ersten Stärkung dauerte es eine Weile bis wir unsere Zimmer belegen konnten und die Motorräder abgeladen waren.

Es stellte sich dann natürlich die Frage, wie den Tag fortsetzen? Immerhin stand eine mögliche WarmUp-Runde im Raum. Einige hatten wohl der Anfahrt über Nacht ihren Tribut zu zollen, was letztendlich dazu führte, dass sich zur möglichen Runde dann nur noch 3 Fahrer aufraffen konnten. Thomas, Wolfi und Patrick sollten an diesem Nachmittag noch eine "Scouttour" mit über 200 km hinlegen.

Die Gesichtseindrücke, die Fotos und ihre Erzählungen die sie uns nach ihrer Rückkehr am späten Nachmittag mitbrachten, ließen Gutes für die kommenden Tourtage erhoffen.

Ebenso musste es ihnen beim Blick in unsere entspannte Gesichtsmuskulatur ergangen sein, der sie ebenfalls "nur" Gutes für die kommenden Tage im Fombeton erhoffen ließ.

 

3. Tag, Sonntag, 18.09.2016

Tour Verdonschlucht (Grand Canyon du Verdon)

Selbst in Südfrankreich kann es morgens im September ziemlich frisch sein. Dies war unsere erste Erfahrung an dem Morgen an dem wir grob Richtung Süden mit dem Tagesziel Grand Canyon du Verdon (Verdonschlucht) fahren wollten.

Für uns ging es zunächst in Richtung Süden über Sisteron hinaus. Es wäre zu einfach gewesen die Verdonschlucht auf der Hauptverkehrsader der Route Nationale 85 weiter über Digne-les-Bains hinaus, erreichen zu wollen. Zu viele mögliche Kurven wären dabei "neben der Strecke geblieben".

Allein der Einstieg in diese Strecken gestaltete sich anfangs etwas schwierig. Hierzu wäre ein wenig auszuholen.

Irgendwann erwischt es jeden und man kommt an bestimmten technischen Neuerungen nicht mehr vorbei. In dem Fall hat es mich mit einem Navigationssystem von TomTom zu meinem 50sten letztes Jahr erwischt. Zwar waren die Touren der letzten Jahre elektronisch geplant, wurden aber ausschließlich nach der guten alten Art und Weise mit dem Blick auf die Karte im Tankrucksack gefahren. Dies sollte sich für diese Tour ändern und es wurden einige Testtouren nur mit Navi gefahren. Die Karte war zwar dabei, sollte aber nur als Rückfallebene dienen. Es stellte sich heraus, dass Navi mit Karte eine sinnvolle Kombination ist, sich allein auf die Technik zu verlassen, davon ist abzuraten. Trotz der elektronischen Hilfsfunktionen braucht es doch Erfahrung eine Tour mit Navi zu fahren. Der Wegfall der Notwendigkeit die Touren mit Karte vor der Tour "auswendig zu lernen" und der geringere Kartenausschnitt am Bildschirm während der Tour können (zumindest bei mir als Navi-Anfänger) dazu führen, die Orientierung zu verlieren. Dies kostet Zeit und sollte bei der Tour nicht nur einmal passieren.

Schließlich fanden wir uns dann doch weiter in Richtung Süden auf der D 101/D 12 über Puimichel und weiter dann über Entrevennes.

Landschaftlich grandios, kann man die Strecke getrost nicht als Sahnestückchen der französischen Straßenbaukunst bezeichnen, die man als Motorradfahrer gefahren haben sollte. Was wahrscheinlich der Grund war, warum sich bestimmte Anbauteile wie z.B. ein Spiegel schon mal von der Verkleidung lösen könnte. So geschehen bei Toms "neuer", neu erstandener Yamaha GTS 1000 (die mit der Achsschenkellenkung) aus den ausgehenden 1990ern. Die Maschine hat er sich extra für solche Touren gekauft, weil er sich sein eh schon malträdiertes Rückrat nach der Tour vor 2 Jahren nicht noch einmal von seiner DarthMax durchfoltern lassen wollte.

Wie bereits bekannt, lässt sich mit Kabelbindern zum einen vieles fixieren und in Verbindung mit gutem Zureden, auch das etwas angekratzte Mütchen wieder abkühlen.

Wir sollten uns jetzt darum kümmern müssen, dass Peters Aprilia wieder zu flüssigem, goldenen Verbrennungsstoff kam. Bei 9 Fahrern kann so ein Tankvorgang schon mal dauern, zumal ja noch anderes "nebenbei", berechtigt zu erledigen ist, auch hier geht es um Flüssigkeitsaufnahme aber auch -abgabe.

Als wir den Haken dahinter gesetzt hatten, sollte es für uns zum Nordufer des Lac de Sainte-Croix gehen. Diesen wollten wir einmal über die "Uferstrasse" mit fantastischen Ausblicken auf den See bis Sainte-Croix-du-Verdon, der D 111, der D 17 umfahren, bis man schließlich südöstlich auf die südliche Umfahrung der Verdonschlucht treffen wollte. Wollte. Der französische Straßenbau sollte uns einen dicken Strich durch die Rechnung machen. Die Brücke über den westlichen Teil des Sees, die die D 111 mit der D 17 verbindet befand sich im Sanierungzustand und war zu diesem Zweck totalgesperrt. Dies bedeutete die komplette Strecke wieder zurück zu fahren. Inzwischen war es allerdings längst Zeit für eine Mittagspause.

Die sollten wir dann im besagten Sainte-Croix-du-Verdon im La Taverne du lac

 

mit Wurst- und Käseplatten, dem obligatorischem Café au lait, versüsst mit bestem Blick auf den See verbringen.

 

Nach ca. einer Stunde fällt es einem so wirklich schwer, sich von hier loszureisen. Der Abschied von diesem schönen Ort fiel nur deswegen leichter, weil man wusste/ahnte, was einen bei der Umfahrung der Verdonschlucht noch fahrerisch erwartete.

Nach einer mittelkurzen Sammelaktion musste man zunächst wieder den besagten Rückweg über die "Uferstrasse" nach Moustiers-Sainte-Marie antreten. Und dann startete man endlich ab Saint-Claire (D 957) in die südliche Umfahrung der Verdonschlucht. Zunächst relativ unspektakulär wurde es ab Aiguines (D 71) zwischen den Cols d‘Illoire und Vaumale landschaftlich spektakulär. Rechts an Felswänden vorbei, links die Schlucht hinunter, ging es durch etliche Tunnels. Irgendwann musst du auch mal ne kurze Pause machen, um Fotoeindrücke zu sammeln. Allein die Entscheidung wo, ist das Problem auf einer Strecke auf der du alle 100 m zum Fotografieren stehen bleiben könntest. Klar bekommt man die bereits millionenfach geschossenen, obligatorischen Fotos. Aber denen kann man sich nicht nur im „Livemodus“ nicht wirklich entziehen:

Laut geplanter Tour war eigentlich noch vorgesehen einen Teil der Nordumfahrung der Verdonschlucht zu fahren. Hierzu sollten zwei Schleifen über die D 317 und zum anderen über die D 23 mit Drehpunkt La-Palud-sur-Verdon gefahren werden. Auch mit elektronischer Tourfahrunterstützung werden die Touren nicht so gefahren, wie sie geplant sind. Wenigsten in diesem Punkt sollte alles beim Alten bleiben.

Der Grund war wie immer die fortgeschrittene Zeit. Vorher sollten wir ab Trigance auf der D 955 und in der Folge entlang des Verdon auf der D 952 bis Castellane einige motorradfahrerische Sahnestückchen unter die Räder bekommen. In Castellane war wieder Zeit fürs Spritfassen, an die Tankstelle am Ortsausgang erinnerten wir uns aus der Tour 2007. Trotz der weiter fortschrittenden Zeit und dunklen, drohenden Gewitterwolken sollten wir uns an der Tanke noch eine Cafépause gönnen. Was muss, das muss.

„Als alles wieder mal gut war“ sollten wir uns endgültig auf den Rückweg nach Hause machen. Und wenn die Strecke dahin so ist, wie die D 4085 über das Col de Lèques und du trotz der Gewitterwolken lediglich ein paar Spritzer abbekommst, dann gibt‘s auch noch die Steigerung von „alles gut“.

Irgendwann is dann leider auch das vorbei und so spulten wir den Rest des Heimweges über Digne-les-Bains so runter, wäre da nicht noch die Situation zu erzählen, als wir uns wieder einmal an dem Tag kurz aus den Augen verloren hatten. Schuld war diesmal ein Köfferchen dessen Verschlüsschen seine Aufgabe nicht richtig erfüllen wollte. So sorgte die Einsammelaktion dafür, dass wir uns noch ein wenig auf der Straße herumtreiben durften.

Beim Abendmenu des Fombeton ließen wir dann die knapp 300 km unserer ersten Tagestour noch Revue passieren.    

 

4. Tag, Montag, 19.09.2016

Tour Bonette

Unsere Ausflüge in die Französischen Alpen standen noch am Anfang, unsere Kräfte waren also noch frisch. Es war der ideale Zeitpunkt für eine der geplanten 400er plus Touren. Warum dann nicht gleich an dem Tag den König der Berge, den Bonette angreifen.

Zunächst ging es an dem Morgen auf der D 304 über das Col de Gréle, der D 104 über die Cols du Haut Forest und du Chàteau, und schließlich die D 951 vorbei an La-Motte-du-Caire über die wir schließlich das südliche Ufer (D 900 B) des Lac de Serre-Ponçon (Serre-Ponçon Stausee) erreichten. Die D 900 B/D 900 führte uns nach Barcelonette und dann nach Jausiers, wo wir am Ortseingang unser Spritreserven auffüllen sollten.

Ab Jausiers als klassischer Einstieg in den Nationalpark Mercantour, und auf der M 64 zwischen, Jausiers, Bonette, Isola sollte es zumindest bis zum Bonette freies Fahren geben. Auf den 61 Kilometern kannst man sich wenigstens nicht mal mit Navi verfahren, es geht ja nur jeweils in eine Richtung. Wir hatten uns für die Nord-Süd-Richtung entschieden. Und mit dem Wochenanfang hatten wir es noch gut erwischt, kaum Asphaltfressfeinde (Radfahrer) unterwegs.

Am Bonette angekommen, mussten wir leider feststellen, dass die letzte Schleife nach oben, man hatte den Berg in einer Wahnsinnsaktion nur aufgeschüttet, damit man sich der höchst, befahrbaren Passstraße Europas rühmen kann, für jeglichen Verkehr und sogar Fußgänger gesperrt war. Grund der Sperrung unbekannt. Anderen Verkehrsteilnehmern war dies zwar egal und sind trotzdem hoch gefahren, was aber wenn oben am Obelisken die Freunde von der französischen Rennleitung warteten um bei einem „Pläuschchen“ mit dem einen oder anderen Unbelehrbaren Zwiesprache zu halten? Dafür waren unsere Französichkenntnisse dann doch inzwischen zu schlecht. Nach einer Pause mit etlichen Fotos, zogen wir denn auch weiter Richtung Isola. Freunde, wenn ich hier auch nur die halbwegs beindruckenden Fotos zeigen würde, die wir oben geschossen haben, dann müsst ich ne andere Homepage aufmachen. Hier also nur ein "Auszug".

Abgesehen von den brutalen landschaftlichen Eindrücken, die du bei der Auf- und Abfahrt, egal von welcher Seite, des Bonette mitnimmst, einer der Höhepunkte bei der südlichen Abfahrt ist nach wie vor, die Fahrt durch das Geisterdorf Camp de Fourches. Diesmal mit dem Unterschied, dass dort Bauaktivitäten waren.

Ab hier stand wieder mal die Suche nach etwas Essbarem im Vordergrund. Wir waren noch nicht ganz so bescheiden und ausgehungert, als dass wir uns nur mit den Früchten des Waldes zufrieden geben wollten. Schließlich sollten wir in Saint-Étienne-de-Tinée fündig werden. Das „Le Chalet“ bot unserem verwöhnten Biker-Gaumen üppige Mahlzeiten. Wir waren schon richtig zu, als wir einem der Nebentische eine derart monströse Eisnachspeise entdeckten, dass uns allein bei der Vorstellung noch so ein Teil verdrücken „zu müssen“, drohte das Gaumenzäpfchen fast in vollem Galopp durchzugehen.

Wie gut dass es dann für uns wieder weitergehen sollte, denn die nächsten Highlights lagen vor uns. Geplant war zunächst die Cians-Schlucht nach Norden und anschließend die Daluis-Schlucht nach Süden zu fahren. Allerdings wollten wir dies nicht auf der üblichen Routen tun.

In den einschlägigen Michelinkarten befand sich eine vielversprechende Abkürzung über das Col de la Sinna. Die Karten ließen zwar nicht ganz eindeutig darüber aus, aber muss doch eine Möglichkeit geben da zu fahren. Die Strecke über Pierlas ist schwer zu beschreiben, was allerdings wirklich haften bleibt, sind diese verdammt engen Kehren im Bereich um Pierlas. Die Manöver beim Fahrsicherheitstraining auf einer Rampe zu fahren ist eine Sache, aber hier herrschen Echtbedingungen. Will heißen Rollsplit, Sand und Tierendprodukte und evtl. entgegenkommende Fahrzeuge. Die Situationen reichen zwar nicht dazu aus, eine wochenlange Diät mit Verlust von zig Kilos zu ersetzen. Die eine oder andere Tropfen Körperflüssigkeit geht dir aber trotzdem dabei verloren. Schließlich vermeinte ich auch von dem einen oder anderen Mitfahrer die Flucherei, ob der Straßenverhältnisse in meinem Helm/Kopf zu vernehmen.

Schließlich (leider) waren diese fahrerischen Herausforderungen dann auch geschafft und man fuhr etwa auf halber Strecke Richtung Beuil in die Cains-Schlucht (Gorges de Cains) ein. Wo bekommt man in Europa schon einmal die Gelegenheit eine Schlucht mit rotem Gestein zu fahren, die sich nach Norden hin wie ein Flaschenhals verjüngt um dann urplötzich weit aufzugehen. Folglich war wieder mal eine kurze Pause angesagt.

An dem Ort Beuil kommst du Richtung Norden nicht vorbei. In unserem Fall war das auch gut so, das eine oder andere Maschinchen hatte auf den letzten 150 Kilometer wieder ganz schön an der Tankflasche gesaugt. Wir mögens einfach: Eine Zapfsäule, entweder du bekommst Sprit oder nicht.

Unser Weg führte uns schließlich an das Wolfi und mir gut bekannte Guillaume vorbei. Bei einer Tour 2007 hatten wir damals zu später Stunde noch ein Schlafgelegenheit gesucht. Leider gabs nur noch Platz für das damalige 4er-Team in einem Etablissement, dass die Bezeichnung umgebautes Bordell verdient hätte. Irgendwas mit Betten in Herzchenform und mit Plüsch ausgelegte Wände und Böden. Auch die Bestellung des Abendessen auf französisch gestaltete sich aufgrund des einen oder anderen Spezialwunsches schwierig. Anstelle eines gebratenen Hühnchens war nur gekochte Ente zu bekommen. Aber das sind wieder andere Geschichten.

Man hätte mir mal beim letzten Tanken genau zu hören sollen. Stattdessen glaubte man, ich würde dem Team einen Bären aufbinden, als ich von der Daluis-Schlucht erzählte. Nicht unbedingt die Geschichte über die 17 Tunnels die hier südwärts zu durchfahren wären klang wohl unglaubwürdig. Eher aber das Detail, dass einige Tunnels in eine Richtung nur eine Fahrbahn hatten. Entsprechend groß war dann die Gesichtslücke, als man bei einer kurzen Pause hinter Daluis noch mal Zeit hatte kurz über das Gefahrene nachzudenken.

Wieder einmal war die Zeit sehr fortgeschritten. Unser Heimweg sollte uns entlang des Lac de Castillon (Castillonstausee), über den Col de toutes Aures, dem Col des Robines und Sisteron zurück ins Fombeton führen. Am Ende dieses Tages standen 460 Tageskilometer mehr auf der Uhr.

 

5. Tag, Dienstag, 20.09.2016

Tour Mont Ventoux

Heute sollte es gen Westen gehen. Auf dem Programm stand eine „Revivaltour“ zur 2014er Tour Mont Ventoux. Nur diesmal wollten wir den heiligen, wenn auch windigen Berg, aus der anderen Richtung, aus dem Osten kommend, erkunden.

Das erste Highlight des Tages, die Méouge-Schlucht (Gorge de la Méouge). Beim Annähern an die Schlucht wirkt der Durchbruch den die Méouge (Fluss) zum Buëch (Fluss) geschaffen hat, wie ein riesiges Felsentor. Leider war das Durchfahren nur ein kurzes Vergnügen, weil sich die Schlucht in Richtung Westen ziemlich öffnet und sich damit der „Adventurecharakter“, rechts Fels, links Abgrund (oder umgekehrt) sehr schnell ändert. Aber der östliche Teil hatte es wieder mal in sich.

und schließlich sollten wir im Verlauf des Tages noch ein weiteres Mal auf unsere Kosten in Sachen „Schlucht durchfahren“ kommen.

Den weiteren Verlauf unserer Tour über die Ds 546/542 würde ich als eher gemächlich beschreiben, fahrtechnisch nicht anspruchsvoll schoben wir weiter in Richtung Mont Ventoux voran.

Auf der D 159 über Aulan sollten wir über das Col d‘Aulan und der anschließenden Fahrt entlang des „Flussbettes“ des Toulourenc doch wieder mal gefordert werden. Abgesehen von dieser landschaftlich schönen Strecke kann man auf manche Ausblicke und Herausforderungen gerne verzichten. Hier ein Pkw mit orangenem Kennzeichen, der einen partout nicht vorbei lassen wollte.

Aber auch die Szene gehörte irgendwann der Vergangenheit an und du blickst nach vorne auf die D 72 mit ihren kleinen Pässen (Col des Aires, Col de Fontaube, Col Saint-Michel). Leider befand sich die Strecke gerade in einer Sanierung und man musste aufgrund des wechselnden Straßenbelags höllisch aufpassen nicht zu arg in Schräglage zu verfallen, die Versuchung war groß. Hinzu kam, dass die Sonne uns zu Mittag ziemlich ungnädig auf den Pelz brannte. Somit war wieder mal ein Pause nötig.

So kurz vor Malaucène, dem Einstieg in die westliche Auffahrt zum Mont Ventoux, dachten wir schon, dass uns nichts mehr überraschen könnte, zumal wir uns nochmal eine Abzweigung auf einer weitere untergeordnete Straße zutrauten. Was uns dann die D 242 zwischen Veaux und Malaucène gab, dass würde ich mal den Hintern versohlen nennen. Ein kurzes, kleines Biest von einer Straße, super geteert und mit wechselnden Kurvenradien ohne Verkehr, dass dir gerade dann einiges abfordert, wenn du vorher fast nur gecruised bist.

Jetzt war es wieder einmal Zeit, Sprit zu fassen. Dies wollten wir in Malaucène machen. Die Tanke dort hatten wir schon einmal (2014) genutzt. Diesmal sollten wir allerdings aufgrund wiederum von orangenen Kennzeichen eine unberechtigte „Zeitstrafe“ bekommen.

Noch hier war ausgemacht, dass nach dem Ortsausgang Malaucène bis zum Scheitelpunkt des Mont Ventoux freies Fahren sein sollte und man auf einen Halt oben verzichten wollte um nicht wieder einmal dem vogelwilden Treiben zum Opfer fallen. Ich will gar nicht wissen wer von uns wie die 15 Kilometer hochgekommen ist, Hauptsache es waren alle in einem Stück da.

Oben war es dann wieder einmal egal, ob du halten oder durchfahren willst. Der Treffpunkt der Deppen knapp unter 2000 m wird irgendwas Besonderes für dich bereithalten. Genau deswegen war auch ausgemacht erst am Col de Tempêtes einen Stopp einzulegen.

„Nur komisch, dass dann außer uns niemand anderes dort war“

Es war wieder einmal Zeit Essen zu fassen, dies sollte in Sault geschehen. Bis dahin waren es noch knappe 20 Kilometer, die es fahrtechnisch wieder mal in sich hatten. Kurz vor Sault fuhren wir durch Myriaden von Fliegen.

Leider konnten wir in Sault nichts adäquates finden. Zu Neunt ist es schon schwierig Platz für die Motorräder und Fahrer zu bekommen. So zogen wir weiter zu unserem nächsten Ziel, der Nesque-Schlucht (Gorges de la Nesque). Auch die wollten wir diesmal aus der entgegen gesetzten Richtung wie 2014 fahren.

Wir schafften es gerade noch bis Monieux, als uns aus den Augenwinkeln heraus ein Imbisswagen anlachte. Dann eben diesmal B & B, nicht das französisiche Vorzeigemodell, dass in den 1960er in Frankreich ihr „Unwesen“ trieb, sondern lediglich Burger & Bommes, wie wir Franken sagen würden.

Auch wenn der eine oder andere von uns nicht unbedingt begeistert von dem Dargebotenen war, der Hunger sollte es reintreiben.

Schließlich versuchte man dann noch mit anderen „olfaktorischen“ Eindrücken gewisse Gerüche zu überlagern. Is halt so, wenn bestimmte Teile des Essen seit mehreren Tagen versuchen ihr Rettungsschwimmabzeichen in Fett zu bekommen.

Der eine oder andere sollte, wenn auch ungewollt, noch Gelegenheit bekommen, sich dann doch noch körperlich zu betätigen. Die Energiezelle eines unserer Mitfahrerbikes hatte schon „seit einiger Zeit“ einen Treffer weg, sodass Anschieben Not tat.

„Man muss sich wundern, wie es die Maschine so überhaupt von Nürnberg hierher schaffen konnte“ . . . nur Spaß . . . fast

Schön, dass trotz aller Elektronik das alte Hilfsmittel Anschieben noch funktioniert. Noch . . . man darf davon ausgehen, dass   S i e   die Möglichkeit der Selbsthilfe auch noch „ausbauen“, damit du in der Ferne sinnfreier Weise mit dem ganz großen Hilfsbesteck bedient werden kannst, für welches du dann auch schön löhnen darfst. Anrufen wo du dich gerade rumtreibst, brauchst du dann auch nicht mehr, wissen sie ja inzwischen besser als du selbst.

Wo wir uns dann anschließend rumgetrieben haben, sollte uns spätestens nach den knapp 30 Kilometern auf der D 5 zwischen Méthamis und Sault über das Col Faraud, unser Allerwertester, und in dessen Verlängerung unsere Wirbelsäule, sagen können. Die „grandiose“ Idee dahinter, die Nesque-Schlucht auch mal auf der anderen Seite zu fahren. Landschaftlich ja . . .

. . . von der Straße her . . . hätte man meinen können, dass Teil wäre weit vor der Zeit der Resistance gebaut, „restauriert“ und dann vergessen worden. Einfach mal über einen Eselsweg ein wenig Schotter gestreut, wird sich von selber reinfahren, fragt sich nur wo . . .

Na gut. Ab Sault sollte es dann wieder wesentlich besser und vorallem schneller werden. Unterbrochen wurde die “Heizerei“ auf der D 950 nur noch von einem Tankstopp. Hier wurde man wieder mal von einer Chefin bedient, der wir aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters gerne bei der Tankerei halfen.

Die hervorragenden Streckenverhältnisse sollten sich bis Sainte-Étienne-les-Orgues fortsetzen. Ab da sollten wir auf der D 113/D 53 die Heimreise über das „Signale de la Lure“, den Pas (Pass) de la Graille und das Col (Pass) de Saint-Robert mit fantastischen Ausblicken antreten.

Sisteron war über die Strecke zwar nicht schnell zu erreichen, aber irgendwann kommst du auch dort an. Und von dort war es dann nur noch ein Katzensprung ins Fombeton und zu unserem ersehnten, obligatorischen Tourausklang.

 

6. Tag, Mittwoch, 21.09.2016

Tour Huez-Galibier

„War ja klar, dass du sch . . . önes Teil von einer Cafémaschine ein Problem hast, wenn ich mir bei dir einen Café rauslassen will“

So oder so ungefähr waren die ersten Worte von Tom an die ich mich an dem Morgen erinnern kann. Für Tom war es nicht der erste Tagesbeginn, an dem er beim Frühstück „Zwiesprache“ mit der Cafémaschine des Hauses halten sollte. Die Thematik bestand wohl darin, dass jedes Mal wenn er sich Café machen wollte, die Maschine seine uneingeschränkte Zuwendung brauchte.

Angefangen von Wasser und Café nachfüllen bis über die Entleerung der Altwasserschale und des verbrauchten Cafépulvers war hier nahezu ein kompletter Wartungsintervall für ihn zu erledigen. Vor ihm ist nach ihm und da funktionierte die Maschine prächtig.

Meine Theorie dazu: Auch Dinge merken, wo sie in guten Händen sind. Ich glaub ja die Maschine spürte intuitiv, dass Tom gerne und gekonnt an „ihresgleichen“ rumschraubt. Immerhin war er unter anderem bekannt dafür, aus einer Mikrowelle ein Motorrad bauen zu können . . . oder wars umgekehrt?

Solche Kleinigkeiten hinter uns lassend, sollten wir an dem kalten Morgen wieder einmal in Richtung Norden ziehen. Eine weitere 400er plus Runde stand auf dem Plan, Ziel Alpe d'Huez und als Wendepunkt der Galibier.

Um ein wenig Strecke zu machen nutzen wir zunächst die mautpflichtige A 51 in Richtung Gap. Das wir auf den Hauptverkehrsadern in den Berufsverkehr kommen sollten, war uns allen klar. Froh waren wir dann auch als wir direkt hinter Gap den ersten freien Kurven unter die Räder bekommen sollten. Zu diesem Zeitpunkt befanden wir uns bereits auf einem Teil der Route Napoléon. Der erste Höhepunkt war die Umfahrung des Lac du Sautet.

Während der kleine Kaiser damals nach seiner Flucht von Elba weiter in Richtung Grenoble zog, sollten wir seiner Rückeroberungsroute den Rücken kehren und stattdessen auf der D 256 über das Col d‘Ornon weiterfahren. Landschaftlich und asphalttechnisch eine Klassikerstrecke, auf der es immer wieder mal so aussah, als ob wir gleich in ein brutales Gewitter kommen könnten. Irgendwie schafften wir es aber immer wieder dem drohenden “Inferno” zu entkommen.

In Le-Bourg-d‘Oisans sollten wir wieder mal Tanken müssen. Danach sollte es nach Alpe d‘Huez und von dort über das Col de Sarenne in Richtung Galibier weitergehen. Leider wurden wir auf halber Höhe nach Alpe d‘Huez wieder mal von einem Bautrupp in unserem Vorhaben gestoppt. Laut Ansage sollte es eine halbe Stunde dauern, bis die Strecke wieder frei sein sollte.

Nachdem wir die Zeit lieber auf der Piste verbringen wollten, wendeten wir und zogen weiter nach Mont-de-Lans wo wir den erneuten Einstieg nach Alpe d‘Huez versuchen wollten, praktisch die geplante Schleife anders herum fahren.

Als wir dann den Lac du Chambon (Chambonstausee)

Urheberrecht T. Gamm

erreicht hatten, gabs den Gong. Eine Auffahrt über die Ostrampe nach Alpe d’Huez für uns heut ebenfalls nicht möglich. So auch die nördliche Seeumfahrung (D 1091). Dort wurden umfangreich Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.

Dafür war es möglich den See an seinem südlichen Ufer und dann entlang der Romanche (Zufluss) zu befahren (RS 1091). Diese Strecke ist für Normalverkehr nicht befahrbar, sie dürfte als Serviceroute gedacht sein.

Urheberrecht T. Gamm

Gut geteert schwangen wir uns so zwischen dem Wasser und der Steilwand entlang.

Jetzt stand wieder einmal die obligatorische Mittagspause an. Da die Zeit recht fortgeschritten war, liefen wir Gefahr nichts mehr richtiges zwischen die Zähne zu bekommen. Man hatte in der Ortschaft La Grave scheinbar Mitleid, als man im “Le Castillan” in unsere “ausgezehrten” Bikergesichter sah und so sollten wir gerade noch vor Ende der Bedienzeit zu einem Mittagessen kommen.

Urheberrecht D. Laschinger

Derart gestärkt sollte es dann endlich auf den nicht mehr alllzu weit entfernten Galibier gehen. Die “Gipfelerstürmung” sah an dem Tag vor, zunächst den Scheiteltunnel von der Südseite her zu durchfahren . . .

Urheberrecht T. Gamm

. . . und dann den Hügel von Norden her zu “überfahren”.

Bis wir oben waren wars saukalt geworden, es sollte es nur noch knapp 6 Grad haben. Schnell ein paar Fotos mit fantastischen Ausblicken geschossen . . .

Urheberrecht W. Pfeuffer

 

. . . und eine Herde Bergtiere umfahren.

 

Urheberrecht T. Gamm

An der Passeinfahrt machten ein paar nette Bikerkameraden noch einige Gruppenbilder von uns, bevor wir dann den “wärmenden” Fahrtwind ins Tal Richtung Briançon mitnahmen. Die Abfahrt nach Briançon ein breit und gut ausgebautes Teerband mit langen Kurven, es sollte uns zusätzlich, aber auf andere Art erwärmen.

Nachdem wir Briancon relativ schnell hinter uns lassen konnten, befanden wir uns bereits auf der Fahrt Richtung Heimat. Auf diesem Weg mussten wir wieder am Lac de Serre-Ponçon vorbei. Um dem Verkehr um Gap herum zu umgehen, sollte uns die weitere Tour dann auf die D 942 führen. Die D 900 B über Remollon war unsere Verbindung, die uns schließlich auf die D 951 brachte.

Mit Einbruch der Dämmerung ab La-Motte-du-Caire schoben sich wieder einmal bedrohliche, schwarze Regenwolken in unsere Fahrrichtung. Wir sollten es bei einsetzendem Starkregen und Dunkelheit nach ca. 380 km gerade noch so in unser trockenes Heim schaffen. Nachdem sich eine gewisse gemütliche Geselligkeit im Fombeton ausgebreitet hatte, war nach inzwischen 4 Tourtagen, zumindest bei mir als Guide festzustellen, dass man nicht nur kopfmäßig erstmal zu war. Eine Tourpause am folgenden Tag tat Not.

 

7. Tag, Donnerstag, 22.09.2016

Relaxtag

Es war ja nicht das erste Mal, dass während einer Tour ein Pausentag eingelegt werden sollte. Wenn man noch in sich hineinhören kann, weiß man auch, wann es vorerst wirklich gut ist.

Es stellt sich nur dann immer die Frage, was tun. So ein Tag sollte eigentlich tatsächlich dem Abschalten von “knallharten” Touren dienen. Wie das Abschalten/Entspannen dann am Ende auch immer aussehen mag . . . is ja für jeden auch anders. Wir jedenfalls entschlossen uns, den Relaxtag in und um Sisteron zu verbringen.

Schließlich war auch noch eine eigentlich unnötige Systematik zu lösen. Das “Elektritätswerk” von Rolfs R 1200 hatte schon einige Zeit den Zeigefinger zur Mahnung, dass “man” platt ist, erhoben. Allein die Warnsignale wurde stoisch ignoriert. Irgendwann geht ignorieren nicht mehr und dann

“muss man schon ziemlich gute Kumpels haben, lässt man die Batterie entladen”

Na gut, dann versucht man das Problem halt während der Tour zu lösen.

An dem Tag stellte sich Dieter als Fahrer des Tourbusses zur Verfügung. Nicht dass sich das als schwerwiegender Fehler herausstellen sollte, aber die erste Anlaufstelle die uns vom Fombeton genannt wurde, um an Rolfs neues Kraftwerk zu kommen, war schon mal Fehlanzeige. Allerdings gab man uns da den Tipp es bei Suzuki Yakamoto zu versuchen. Und tatsächlich beim Reiskocherhändler bekommst du eine Batterie für ein BMW. Die Pharisäer lassen grüßen.

Urheberrecht T. Gamm

Egal, Hauptsache, das Ding würde wieder ordnungsgemäß anspringen, ohne angeschoben werden zu müssen. Is eh ein Wunder, dass dies bei der ganzen Elektronik heut überhaupt noch möglich ist.

Kaum hatten wir das erledigt sollte es direkt zum gemütlichen Teil des Tages, der dann “überraschenderweise” tatsächlich noch bis in den späten Abend hinein dauern sollte, übergehen.

Der tatsächlich mögliche kulturelle Teil, ein Besuch der Citadelle von Sisteron, war schnell abgehakt, als man am Eingang feststellte, dass es zu der Stunde nur eine Führung in Französisch geben sollte. Mit Ausblicken auf Sisteron

Urheberrecht P. Pfeuffer

verlagerte man den kulturellen Schwerpunkt zunächst auf die Begehung der Stadt. Kleine enge Gassen, südländischer Baustil vermittelt dem Nachkommen des ehemalig, hartgesottenen, nördlich des Limes in tiefen Wälden hausenden Barbaren schon das Gefühl in einer anderen Welt, eben im Urlaub zu sein.

Dieses fremdartige Gefühl, wich jedoch relativ schnell dem Bekannten, den Grundbedürfnissen Hunger und Durst. Wie immer, ist es genau dann wenns dringend ist, schwierig etwas zu finden. Schließlich fanden wir uns am Rande von Sisterons Altstadt in ein Kneippe ein, von der wir hofften noch entsprechend verköstigt zu werden.

Wahrscheinlich hat uns der Ort magisch angezogen, weil wir vermeinten mitbekommen zu haben, dass der Wirt für den einen oder anderen ortsansässigen Clochard ein Herz zu haben schien. Warum dann nicht für den einen oder anderen “abgerissenen” Biker. Tatsächlich dauerte es eine ganze Weile bis er uns bediente, obwohl er uns lange vorher registriert haben musste. Wir wissen nicht ob es daran lag, dass er grundsätzlich fremdelte oder ihm die Fraternisierung mit “seinesgleichen” bei dem einen oder anderen Gläschen punktuell wichtiger war.

Touché!

Obwohl der Erstkontakt mit uns nicht so gut angefangen hatte, sollten wir insgesamt zufrieden gestellt werden.

Urheberrecht M. Rösel

Danach sollten wir noch den Konsum der heimischen Produkte frönen, geht halt gar nicht, wenn du aus dem Zentrum der “Lavendelerie” nach Hause kommst und deiner Liebsten nicht noch etwas mitbringst, was den Gaumen, der Haut oder der Nase “lila” schmeicheln könnte.

“Leider” stehen neben diesen Schmeichlern auch die anderen Gaumenfreuden der Region. Hierbei handelt es sich um z.B. Pastis, Absynth und einem ominösen Getränk, dass wir an einem Abend von Moritz kredenzt bekamen, auch bekannt unter dem Namen Génépi, einem Kräuterlikör.

Nach unserer Rückkehr sollte unser “Mann aus dem Maschinenraum”, Pat “Scottie” P. dem “Altadmiral” Rolf noch die Brennstoffzelle einbauen und dann klang der Abend bei Wein . . . und Gesang aus.

Urheberrecht D. Laschinger

 

“Absynth, Absynth du bist mein Kind”

 

8. Tag, Freitag, 23.09.2016

Tour Italien

Und da war er auch schon wieder, unser letzter Tourtag. Wir hatten zwar schon vor noch etliche Kilometer auf unsere Gesamtleistung draufzupacken, nicht dass es einen Wettbewerb gibt, aber auch diese Tour war als eine 400er plus geplant. Es sollte wieder einmal anders kommen.

Am Morgen sah es so aus, als ob jeder sich am gestrigen Tag ausgiebig entspannen hat können. So fuhr man wieder einmal zunächst die “schnelle” A 51 nach Norden um dann später die Route National 94 Richtung Osten nach Guillestre zu nehmen. Ab da sollte dann der wirklich spannende Teil der Tour beginnen.

Das erste Highlight, die Fahrt auf der D 902 entlang des Le Guil (Fluss) und übers Col de l'Ange Gardien (Pass des Schutzengels). Dann war erst mal Tanken, man weiß ja nie wo und ob man in Italia Sprit bekommt. Hinter Molins-en-Queyras sollte es hinauf zum Col Agnel/Colle del Agnello (Agnellopass) gehen. Im oberen Bereich wurde es ziemlich kalt und dann Richtung Passhöhe "verdichtete" sich der Schnee.

Urheberreht D. Laschinger

Man hielt es auf knapp über 2700 Metern nur kurz für den "Versuch" eines Gruppenfoto aus, bevor es auf der italienischen Seite wieder runter gehen musste.

Urheberreht T. Gamm

Mit wenig bis kaum Verkehr schwang man gen Osten in Richtung Bella Italia ab. Bis Pontechianale waren die Straßenverhältnisse relativ gut, nach dem Stausee Lago di Castello, wars dann nicht mehr so prickelnd.

Unser nächstes Zwischenziel hieß Sampeyre. In dem Ort, der unser Einstieg für unsere Überfahrt über den gleichnamigen Pass, dem Colle di Sampeyre sein sollte, sollten wir auch gleich unsere Mittagspause machen. Natürlich wurden wir auf die italienische Art in der Pizzeria Casa del Caffe bedient.

Dann gings wieder mal hinauf auf einen Pass. Der Colle di Sampeyre sollte der erste Pass einer Überfahrt mit mehreren Pässen Richtung Süden auf der SP 335 und der SP 113 werden. Je weiter wir hoch kamen, desto mehr Sikilifte sollten uns auf unserem Weg begleiten und desto dichter wurde die Wolkenwand.

Urheberrecht W. Pfeuffer

Bei der Abfahrt Richtung SP 422 wurden wir dann zunächst von einem "Hinweis" aufgehalten. Die SP 335 sollte sich zeitweise in der Neuasphaltierung befinden, aber ein Weiterfahren sollte möglich sein. Dies wurde uns später auch von 2 Bauarbeitern bestätigt. Die sprachen von maximal 20 Minuten Wartezeit. Dann war aber für uns doch Schluß. Kurz vor Paschero wurden wir von einem größeren Bautrupp aufgehalten, der eben den Asphalt in Richtung Stroppo aufgelegt hatte. Die Auskunft mindestens 2 Stunden Wartezeit.

Da half alles lamentieren nichts. Die vermeintliche Wartezeit einigte man sich im "Rollmodus" zu verbringen. Dies bedeutete den kompletten Weg nach Sampeyre zurückzufahren. Dort musste man dann nochmal Sprit aufnehmen um den über 70 Kilometer langen Umweg zu packen.

Die 70 und dann noch der Rückweg zur italienisch/französischen Grenze am Colle della Maddalena/Col de Larche waren wirklich kein Zuckerschlecken und erforderte Ausdauer und Geduld. Erst für die Verkehrslage wegen der "Rushhour" um Cuneo und dann wegen der Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der italienischen SS 21 zurück nach Frankreich.

Was nur hat der italienische Staat seit einiger Zeit eigentlich gegen uns (auch die italienischen) Motorradfahrer. Ach ich vergaß, „sie wollen nur unser Bestes“. Natürlich kann man sich vorgaukeln, dass man über unsinnige Sanktionen im Straßenverkehr mehr Verkehrssicherheit produziert. Genauso kann man sich auch vorgaukeln, mit Abzocke den eigenverschuldet, defizitären Haushalt eines maroden und korrupten Staats zu sanieren. Wenn das alte italienische Lebensmotto dolce vita inzwischen auch von einem kapitalistischen „denaro dolce“ abgelöst worden ist, dann Vaffan . . . Italia! Da verwundert es einen auch nicht, dass selbst die Italiener die Nase voll haben . . .

Erst ab dem letzten Kilometern hoch zum Grenzübergang kann man wieder von einer schönen Motorradstrecke sprechen.

Urheberrecht T. Gamm

Unser Bedarf an Motorradfahren in Italien war da längst gedeckt und so waren wir froh als wir nach der Paßüberquerung wieder französiche Straßenverhältnisse unter die Räder bekamen. Die D 900 bis Meyrones entschädigte da für vieles.

Von da bis nach Hause sollte es "nur" ein Katzensprung ins Fombeton sein. Allein eine kleine Ticketaktion bei der Einfahrt in die A 51 sorgte nochmal bei Wolfi und mir für Erheiterung. Der Automat hat sich quasi vor unseren Augen komplett entleert.

Am Ende der Tour standen jedenfalls wieder einmal (nicht eingeplante) 480 km auf der Uhr. Unseren letzten Abend im Fombeton ließen wir augiebig ausklingen. Wir hatten am nächsten Tag keine Eile nach Hause zu kommen.

 

9./10. Tag, Samstag/Sonntag, 24./25.09.2016

Rückfahrt Fombeton - Schwabach

Auch wenn wir keine Eile an diesem Samstag hatten, sollten noch einige Vorbereitungen zu treffen gewesen sein, um den Ausgangsort unserer Tourfreuden verlassen zu können. Schließlich mussten ja unsere Gasteltern Uta und Moritz auch noch ihre Vorbereitungen für unsere Nachfolger treffen.

Mit dem obligatorischen Frühstück, dem Zusammenpacken und Mopedaufladen brachte man den Vormittag rum. Um 12.00 Uhr sollte man dann doch endlich die Abfahrt geschafft haben.

Die „Uneinigkeit“ verschiedener Systeme (Handynavis und Navis/Bedienpersonal) bei der Streckenfindung sollte dann einen etwas anderen, aber spannenderen Heimweg weisen, als bei der Hinfahrt. Aber bekanntlich sitzt ja der Bedienfehler immer vor Bildschirm,Tastatur oder dem Lenkrad.

Sich der Technik (fast) bedingungslos zu unterwerfen führte dazu, dass man, anstatt den umgekehrten Weg wie bei der Hinfahrt zu nehmen, Grenoble über Gap erreichen musste. Zunächst die Auffahrt zum Col Bayard

und dann der weitere Streckenverlauf über die N 85 nach Grenoble, sind jetzt nicht unbedingt für unsere „Transportvorhaben“ geeignet und sollte schließlich auch dazu führen, dass wir das eine oder andere Stündchen länger brauchten. Aber schließlich sollte ja der Spannungsbogen zumindest bis nach Hause erhalten bleiben. Und wenn auch nur durch das kilometerweite Hinterherquälen auf einer Passauffahrt.

Das primäre Problem, meinst du, sollte das Überholen dieses Giganten sein. Mit der Thematik sind aber auch die anderen Hinterherfahrer beschäftigt und zwar so sehr, dass für den einen oder anderen selbst die Einleitung eines möglichen Überholvorganges ein Problem ist. Könnte ja "ein Stück Holz abfallen". Eine wirkliche  Entschleunigung sieht aber anders aus.

Die Heimfahrt an sich verlief ohne „weitere“ Zwischenfälle. Gegen Mitternacht löste sich das Team Frankreich 2016 wieder einmal am Autohof Schwabach-West auf. Team 1 fuhr in den Nürnberger Südwesten, Team 2 in die Nähe von Lauf. Irgendwann war dann auch das Abladen in einem nahegelegenen Gewerbegebiet und an den Folgetagen die Rückgabe der Tranporteinaheiten abgeschlossen. Man konnte sich so ganz wieder dem zu Hause widmen.

 

F a z i t

Frankreich TourVersion 2.0.2016. Man braucht glaub ich nicht viel Worte darüber zu verlieren, was man motorradfahrerisch in den französischen Seealpen erleben kann. Die geplanten Touren dort waren eine gute Grundvoraussetzung um den Geist aus der 2014er Tour erneut aus der Flasche lassen zu können. Man hat es mit dem annähernd gleichen Team, aber mit anderer Ausgangsbasis (Fombeton) probiert. Letztendlich ist wieder eine andere Tour mit anderen Erlebnissen herausgekommen.

Da meinst du dir den Nachfolger eines Programms rausgelassen zu haben, dass du schon gehabt hattest (Frankreich 2014) und mit dem du eigentlich ganz gut zurecht gekommen bist. Deswegen gäbe es eigentlich auch keinen Grund ein verändertes bzw. neues Programm zu kaufen. Aber du hast gemerkt, dass die Zeit dein veraltetes System und vor allem dich überholt hat und die Kiste dir nicht mehr so den richtigen Kick gibt, den du damals verspürt hast und immer wieder brauchst. Also holst du dir ein neues Programm und gleich dazu eine neue Kiste in der Hoffnung das genau der Kick zurück kommt. Als du die neue „Software“ ausprobierst, merkst du schnell, dass es nicht so wie vorher ist und du auch nicht  loslegen kannst, als ob dazwischen nichts passiert wäre. Du merkst auch dass es neue Funktionen gibt, das Teil nicht so richtig läuft, dir steht evtl. sogar einen Systemabsturz bevor. Du bist erstmal frustriert, weil du an dem alten hängst, das vermeintlich immer gut funktioniert hat, du aber nicht mehr weißt, dass es da auch Startschwierigkeiten gab. Du merkst zuerst nicht, dass genau die Herausforderung der Kick ist, und auch nicht, dass du eigentlich immer in der selben Schleife hängst:

alte Tour → neue Tour = alte Tour usw.

Letztendlich ist es egal in welcher Schleife du hängst. Für die meisten von uns ist es eh schwierig seine Muster zu durchbrechen und manchmal macht es auch keinen Sinn sie zu ändern. Dies trifft voll auf die Touren zu. Wir wollten immer die geilen Erfahrung aus vergangenen Touren in die nächste mitnehmen. Das eins zu eins zu übernehmen funktioniert nicht, weil die Rahmenbedingungen immer anders sind als diejenigen damals. Macht aber nichts, solange du dem Damaligen, welches du eh nicht wiederholen kannst, nicht dauernd nachhängst, sondern dich an das neue, Andere wagst. Unsere Schleife heißt Touren mit veränderten Rahmenbedingungen auch wenn „der eine oder andere von uns“ dieses Mal auch relativ hohe Preise zu bezahlen hatte. Andere Touren, andere Unterkünfte andere Teamzusammensetzungen, andere, neue Herausforderungen. Manchmal dauert es bis so eine Tour zündet.

So war es dieses Jahr und nicht nur im Nachgang betrachtet, mit all der Planung und den Herausforderungen war diese Tour wieder einmal ein richtiger Brenner. Die 5 Touren an sich, die Abende mit "Wasser", wabernden Benzin- aber auch anderen Gesprächen und Gesang" . . . gigantisch. Zum Touren gehört nicht nur die Freude am reinen Fahren.

Das Team als gesamtes aber auch wie sich mancher einbringt. Wie  die einzelnen Zahnrädchen, die keiner bemerkt, aber jedes letztendlich seinen ureigensten Teil zum Ganzen beiträgt, das es so nicht geben würde, eben, dass die Maschine läuft.

All das lässt einen voll Vorfreude auf kommende Touren blicken. Was die Tourerei inzwischen wirklich für einen Kick bekommen hat kann man nur erahnen, es ist auch wieder im Vorbericht zur nächsten Tour Nordspanien 2017 zu erkennen.

Zurück in den Technikmodus:

Letztendlich sind wir bei unseren Touren unsere eigenen Beta-Tester, auch wenn wir an deren Entwicklung beteiligt waren.

 

Aber ist leben nicht genau so?

 

Stand: 25.11.16

Moto-Aventura  | locos.de.curvas@googlemail.com